Diese Aussage, ja dieses Bekenntnis, ist das Motto der Kirchen auf der Landesgartenschau 2026 in Bad Nenndorf. Es ist ganz bewusst so offen gehalten: an was glaube ich? An die Liebe meines Partners, an die Treue eines Haustieres, an den Sieg meines Fußballvereins, an die Demokratie (die gerade bedroht ist durch Engstirnigkeit, Fake und Wahlverweigerer), an die Fortschritte der Medizin, an… jede und jeder von Ihnen könnte eine eigene Liste aufsetzen und vielleicht tun Sie es gerade?!
Ich glaub dran. Darin liegt wohl das Wesen des Menschen. An etwas oder jemanden zu glauben, das brauchen wir, um körperlich und seelisch gesund zu bleiben oder zu werden.
Eine kleine Weisheitsgeschichte mag meine Antwort verdeutlichen:
„Lasst uns zum Berg ziehen, auf dem Gott wohnt“, meinte ein Ritter zu seinem Gefährten. „Ich möchte beweisen, dass er immer nur fordert und uns nichts von unserer Bürde, die wir tragen müssen, abnimmt.“ – „Und ich steige hinauf zum Zeichen meiner Gläubigkeit“, sagte der andere.
Manchmal ist es mühsam zu glauben. Manchmal werden wir auch enttäuscht, weil die Wünsche und Vorstellungen, die wir dem Glauben zuweisen, nicht erfüllt werden. Dann haben wir schnell den „Beweis“, den der erste Ritter vorbringt, zur Hand.
Sie kamen nachts auf dem Gipfel des Berges an und hörten eine Stimme in der Dunkelheit: „Beladet eure Pferde mit den Steinen dort auf dem Boden!“ – „Siehst du, sagte der erste Ritter. „Nach dem langen Aufstieg will Er uns noch mehr aufbürden. Ich denke nicht daran zu gehorchen!“
Da ist die Bestätigung für seine These, die der erste Ritter gebraucht hat. Aber: hat er wirklich auf die Stimme gehört? Was hat sie wirklich gesagt?
Der andere Ritter tat, wie ihn die Stimme geheißen hatte. Als sie den Berg herabgestiegen waren, wurde es hell. Die ersten Sonnenstrahlen beschienen die Steine, die der zweite Ritter mitgebracht hatte: es waren Diamanten von höchster Reinheit! (aus: P. Coelho, Unterwegs, diogenes-Verlag, S. 18)
Der Glaube ist wie ein kostbarer Diamant. Es braucht Geduld, Treue, ein hörendes Herz, damit er gefunden und bewahrt werden kann. Es macht Mühe und benötigt auch mal neue Wege, damit der Glaube lebendig bleibt. Und: wir lernen voneinander, wenn wir wirklich zuhören, wenn wir unseren Glauben mit anderen teilen.
Auf der Landesgartenschau erleben wir das täglich: die Besucherinnen und Besucher, die an unserem Gelände vorbeischlendern, mal hereinschauen auf ein persönliches Gespräch, ein Innehalten beim sonntäglichen Gottesdienst, beim Abwarten eines Regenschauers, zum Lauschen eines Konzertes oder beim kurzen Mitfeiern des täglichen Mittagsgebetes und manchem mehr. All das sind kostbare Momente für sie und uns. Dann erleben wir: Glaube und Leben gehören eng zusammen. Und: es lohnt sich, an einen Gott zu glauben, dessen Wege und Weisungen vielleicht manchmal schwer zu erfassen sind, doch sie sind nie zu unserem Nachteil – weil Er aus Liebe handelt. Ich glaub dran. Sie auch?