Sehr geehrte Damen und Herren,

wer regelmäßig die Landstraße zwischen Rodenberg und Apelern befährt, kennt möglicherweise die Situation: Auf einer vergleichsweise kurzen Strecke muss die Geschwindigkeit mehrfach deutlich reduziert werden. Doch wer sich an die Verkehrszeichen hält und rechtzeitig abbremst, erlebt nicht selten, dass andere Verkehrsteilnehmer genau in diesem Moment zum Überholen ansetzen.

Ich selbst befahre diese Strecke viermal täglich. Insbesondere in Fahrtrichtung Apelern werde ich beinahe jedes Mal überholt, sobald ich meine Geschwindigkeit reduziere. Und ich bin damit offenbar nicht allein. Auch andere Autofahrer, die sich an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten halten, werden überholt. Was soll man als verantwortungsbewusster Verkehrsteilnehmer in einer solchen Situation tun? Sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten und damit riskieren, zum vermeintlichen Hindernis für andere zu werden? Oder sich über die Verkehrszeichen hinwegsetzen, nur um den Verkehrsfluss vermeintlich nicht zu behindern?
Für mich kommt Letzteres nicht infrage. Ich möchte mich an die geltenden Regeln halten und weder meinen Führerschein noch die Sicherheit anderer gefährden.

Was mich dabei besonders beschäftigt, ist die Abfolge der Geschwindigkeitsbegrenzungen. Fährt man aus Rodenberg heraus in Richtung Apelern, darf man zunächst 100 km/h fahren. Kurz darauf folgt eine Begrenzung auf 50 km/h, die nach ungefähr 100 Metern wieder aufgehoben wird. Anschließend darf erneut 100 km/h gefahren werden, bevor später die Begrenzung auf 70 km/h, eine Kurve und schließlich die erneute Reduzierung auf 50 km/h vor dem Ortseingang Apelern folgen. Auch in der Gegenrichtung ergibt sich eine ähnliche Situation: Nach der Kurve darf man zunächst wieder beschleunigen, bevor man kurze Zeit später vermutlich im Bereich einer Brücke erneut auf 50 km/h abbremsen muss. Danach wird die Begrenzung wieder aufgehoben, bevor weitere Geschwindigkeitsreduzierungen folgen.

Mir ist bewusst, dass Verkehrszeichen einen Grund haben und einzuhalten sind. Dennoch frage ich mich, ob diese Abfolge für alle Verkehrsteilnehmer nachvollziehbar ist und ob die Situation vor Ort einmal genauer überprüft werden sollte.

Besonders beunruhigend ist, dass es nicht bei einem bloßen Gefühl der Unsicherheit bleibt. Erst in der vergangenen Woche kam einem überholenden Fahrzeug ein Auto entgegen. Es ist nicht auszudenken, was hätte passieren können.

Angesichts schwerer Verkehrsunfälle, wie zuletzt bei Brandenburg, wird mir einmal mehr bewusst, welche Folgen ein riskantes Überholmanöver haben kann. Ich habe zunehmend die Befürchtung, dass es auch auf dieser Strecke irgendwann zu einem schweren Unfall kommen könnte.

Muss wirklich erst etwas passieren, bevor gehandelt wird?

Die Strecke ist kurz. Aufgrund des Ortseingangs muss ohnehin auf 50 km/h abgebremst werden. Umso weniger kann ich nachvollziehen, warum manche Verkehrsteilnehmer das Risiko eines Überholmanövers eingehen, anstatt einfach kurz abzuwarten.

Ich wünsche mir, dass die zuständigen Stellen die Verkehrssituation zwischen Rodenberg und Apelern in beiden Fahrtrichtungen überprüfen. Gleichzeitig appelliere ich an alle Verkehrsteilnehmer, mehr Rücksicht zu nehmen und sich bewusst zu machen, dass ein paar Sekunden Zeitersparnis niemals die Gefährdung anderer Menschen rechtfertigen.

Denn eine Landstraße ist kein Ort, an dem man beweisen muss, dass man es eiliger hat als andere.

Mit freundlichen Grüßen

Britta Mögenburg