Der Mediziner Dr. Udo Jobst, Mitgründer und langjähriger Vorsitzender des Vereins Renaissance Stadthagen, ist verstorben. Neben seiner Tätigkeit als Arzt erlangte er große Anerkennung für sein ehrenamtliches Engagement, das er dem historischen Erbe seiner Heimatstadt widmete.
Jobst setzte sich über Jahre für die Verbesserung der ärztlichen Versorgung sowie für soziale Projekte in der Region Schaumburg ein. Große Leidenschaft brachte der Facharzt für Innere Medizin der Kunstgeschichte entgegen. Ein Feld, in dem er sich ein in die Tiefe gehendes Wissen aneignete. Diese Leidenschaft verband er mit einem umfassenden Engagement für Stadthagen.
Jobst forschte intensiv zur Historie der Stadt und hatte Freude daran, die gewonnenen Erkenntnisse unter anderem in ebenso fundierten wie anschaulichen Vorträgen einem größeren Publikum bekannt zu machen. Ein Beispiel ist hier die Geschichte der Bibliotheken des Ratsgymnasiums in der Zeit der Renaissance, zu der er auch ein Buch veröffentlichte.
Große Energie investierte Jobst darin, die Bedeutung des Mausoleums und der Epoche der Renaissance für Stadthagen ins Bewusstsein zu heben. Er war federführend bei der Gründung des Vereins Renaissance Stadthagen im Jahr 2002 und brachte sich hier bis 2012 als Vorsitzender ein. In dieser Funktion widmete er sich intensiv dem Erhalt und der touristischen Erschließung des Mausoleums an der St. Martini-Kirche. Mit großer Tatkraft schob er gemeinsam mit Mitstreitern die Innensanierung dieses Kulturdenkmals von europäischem Rang an und leitete dieses Großprojekt maßgeblich. In seine Amtszeit als Vorsitzender des Renaissance-Vereins fällt zudem das Symposium zum Bildhauer Adriaen de Vries, des Schöpfers des Bronzeskulptur-Ensembles im Mausoleum. Auch für die Verwirklichung dieses Expertenaustauschs war Udo Jobst wichtiger Motor. Die Rückkehr des „Leuchterweibchens“ nach Stadthagen geht auf seine Initiative zurück. Nach dem Ende seiner Tätigkeit als Vorsitzender brachte er sich weiter in die Vorstandsarbeit ein.
Für seinen Einsatz wurde Jobst mit dem Niedersächsischen Verdienstkreuz ausgezeichnet.
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