Der geplante Windpark bei Hattendorf und Raden im Auetal wird vorerst nicht realisiert. Das Unternehmen SaboWind GmbH hat seine Planungen gestoppt und zieht sich aus dem Projekt zurück. Eine Stellungnahme des Unternehmens dazu wurde dem Schaumburger Wochenblatt bisher nicht vorgelegt.
Begründet wurde der Schritt der Verwaltung gegenüber aber mit verschiedenen planerischen und rechtlichen Hürden, die eine „verlässliche Weiterentwicklung derzeit verhinderten”.
In einem Schreiben an die Gemeinde Auetal kritisiert SaboWind unter anderem wiederholte Verzögerungen bei der Änderung des Flächennutzungsplans. Zudem habe die Gemeinde das vorgesehene Gebiet verkleinern wollen und Einschränkungen bei der Höhe der geplanten Windräder gemacht, was die Wirtschaftlichkeit des Projekts deutlich beeinträchtigt habe. Auch der Landkreis Schaumburg habe mit zusätzlichen Vorgaben, etwa zu Mindestabständen wegen Rotmilan-Vorkommen und zu Nabenhöhen aus militärischen Gründen, die Planung weiter erschwert. Diese Voraussetzungen waren dem Unternehmen aber früh bekannt.
Bürgermeister Jörn Lohmann erklärte, SaboWind habe lediglich die Änderung des Flächennutzungsplans angestrebt, nicht aber die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans. Dieser wäre aus Sicht der Gemeinde für Transparenz und eine verbindliche Steuerung des Projekts notwendig gewesen, daher könne man die Kritik zurückweisen.
Lohmann betonte, die Kommune habe keine baurechtlichen Tatsachen schaffen wollen, ohne die Abstimmung mit dem Landkreis. Zudem seien aus Sicht der Verwaltung Umweltaspekte, insbesondere artenschutzrechtliche Belange, bislang nicht ausreichend berücksichtigt worden.
Trotz des Rückzugs von SaboWind soll langfristig Raum für Windenergie auch für das Auetal offenbleiben. Nach den Planungen des Landkreises entsteht in dem Gebiet künftig Baurecht für entsprechende Anlagen. „Ob und wie dieses Baurecht genutzt wird, wird die Zukunft zeigen“, unterstrich Lohmann abschließend.