Das Steinhuder Meer ist der größte Binnensee Niedersachsens und ein beliebtes Ausflugsziel in der Region Hannover. Zahlreiche Segler haben hier ihre Boote liegen. Zunehmende Verschlammung und niedriger Wasserstand sorgen rund um das Meer für Probleme. Als kontinuierlich verlandender Flachsee hat das Steinhuder Meer nur eine durchschnittliche Wassertiefe von 1,35 Meter. Aufgrund der geringen Wassertiefe haben sommerliche Verdunstungsverluste bereits gravierende Auswirkungen auf die Schiffbarkeit des Sees.
Wesentliche Voraussetzung für eine ganzjährige touristische Nutzbarkeit des Steinhuder Meeres ist der alljährliche Einstau des Sees im Winter und Frühjahr. Er schafft einen „Verdunstungspuffer“. Bleibt er aus oder fällt nur gering aus, kann dies die Befahrbarkeit des Sees besonders im Spätsommer einschränken. Das Winterhalbjahr 2025/26 fiel vergleichsweise trocken aus. Mitte März lag der höchste Wasserstand bei 108 Zentimetern. Das waren bereits 14 Zentimeter unter dem möglichen Stauziel des Sees. Vor der Hitzewelle im Juni lag der Wasserstand bei 107 Zentimetern am Pegel Wilhelmstein. Aktuell liegt er bei 99 Zentimetern. Somit sind im Zuge der Hitzewelle acht Zentimeter verdunstet. Abrufbar unter www.pegelonline.nlwkn.niedersachsen.de. Wichtig für den Wasserstand ist aber auch der Grundwasserstand im Einzugsgebiet des Steinhuder Meeres.
Das Steinhuder Meer wird ganzjährig von Grundwasser gespeist. Seit Anfang der 2000er Jahre sind die Grundwasserstände im Einzugsgebiet rückläufig. Eine kurzfristige Erholung gab es im regenreichen Wasserhalbjahr 2023/2024. Seitdem sind die Werte aber an den Messstellen Altenhagen I und Schneeren 110 wieder deutlich abgefallen. Wie sich bisherige und noch kommende Niederschläge auf die Bildung von Grundwasser auswirken werden, hängt nach Auskunft des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küstenschutz und Naturschutz (NLWKN) von verschiedenen Faktoren ab. Feststeht aber, dass die Grundwasserstände an den erwähnten Messstationen weiterhin höher liegen als der Wasserstand im See.
Für Fische kann die Kombination aus Hitze und niedrigem Wasserstand tödlich enden, was sich auch vor einigen Tagen am Steinhuder Meer gezeigt hat. Bei niedrigem Wasserstand erwärmt sich der See schnell bis in die unteren Wasserschichten. Warmes Wasser enthält aber weniger Sauerstoff. Für Abhilfe können sogenannte natürliche Klimaanlagen wie sie die Gesellschaft für Ichthyologie (Fischkunde) auf ihrer Internetseite vorstellt, sorgen. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als eine üppige Vegetation im Uferbereich, die für Schatten auf der Wasseroberfläche sorgt. Kurzfristig kann man im Uferbereich auch Beschattungen anbringen oder Lüfter aufstellen.