Der Winter hat die Abfallentsorgung im Landkreis Schaumburg zu Beginn des Jahres spürbar ausgebremst. Am Samstag, 3. Januar, mussten laut AWS im gesamten Kreisgebiet sämtliche Abfallleerungen witterungsbedingt ausfallen. Schnee, Eis und anhaltender Frost machten ein sicheres Befahren vieler Straßen unmöglich. Die Abfallwirtschaftsgesellschaft Schaumburg (AWS) hat inzwischen auch Nachholtermine festgelegt, häufig wird dazu der nächste reguläre Termin anvisiert. Genaue Details gibt es auf aws-shg.de.
Dann sollen die betroffenen Abfallbehälter wie gewohnt zur Abholung bereitgestellt werden. Für Haushalte, bei denen sich der Müll bereits gestaut hat, gilt eine Sonderregelung: Zusätzlich bereitgestellte Abfälle werden ausnahmsweise kostenlos mitgenommen. Papier- und Biomüll können in Papiertüten oder Kartons bereitgestellt werden, Restabfall in transparenten Säcken.
Probleme bei Informationsweitergabe
Während die Organisation der Nachleerung weitgehend steht, gibt es Kritik am Informationsfluss. Betroffene bemängelten, dass die Kommunikation zwischen AWS und den Bürgern nur schleppend verlief. Ein Beispiel: Die Probleme bei den Leerungen am 3. Januar wurden erst am darauffolgenden Montag kommuniziert. Da die AWS zunehmend auf digitale Informationskanäle wie ihre App setzt, etwa auch für neue Abfuhrpläne, hätten sich viele Bürger eine frühere und zeitnahe Benachrichtigung gewünscht. Teilweise lagen aber zwischen Ausfall und Information rund 48 Stunden.
Schwierige Fahrten
Gerade in der aktuellen Wetterlage ist die Abfuhr für die Entsorgungsfahrzeuge natürlich eine besondere Herausforderung. Die bis zu 26 Tonnen schweren Fahrzeuge müssen häufig anhalten und wieder anfahren, was auf glatten, teils nicht gestreuten Straßen ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt. Besonders in einzelnen Ortslagen, etwa in Lauenau oder Rodenberg, konnten Straßen noch nicht befahren werden. Entsprechend verzögerten sich die Touren, einige Gebiete konnten gar nicht angefahren werden.
Hinzu kommt, dass feuchte Abfälle bei Temperaturen unter null Grad leicht an den Tonnenwänden festfrieren. In solchen Fällen lassen sich die Behälter trotz mehrfachen Anschlagens nicht (vollständig) entleeren. Die AWS empfiehlt, den Inhalt der Tonnen bereits am Vorabend der Abfuhr von den Wänden zu lösen. Feuchte Restabfälle wie Windeln sollten in Kunststoffsäcken verpackt werden, um ein Anfrieren zu verhindern. In Biotonnen sind Kunststoff- oder kompostierbare Folienbeutel weiterhin nicht erlaubt.
Die AWS bittet um Verständnis dafür, dass die Abfuhr bei winterlichen Bedingungen nicht immer planmäßig erfolgen kann. Aktuelle Informationen zu Nachholterminen, ausgefallenen Touren und nicht befahrbaren Strecken werden auf der Internetseite www.aws-shg.de sowie in der AWS-App unter dem Punkt „Aktuelles“ veröffentlicht. Dort sollen Bürger auch künftig zeitnah über witterungsbedingte Änderungen informiert werden.
Zusätzliche Kritik kam zur Erreichbarkeit der App. Diese war teils nicht erreichbar oder leitet, was Aktuelles betrifft, auf die nicht besonders gut für Smartphones optimierte Webseite weiter, was das Lesen der gesuchten Infos erschwert.
In den Tagen mit witterungsbedingtem Ausfall meldeten sich zahlreiche Leser in der Redaktion und schilderten ihre Erfahrungen. Auch in den sozialen Netzwerken gewann das Thema schnell an Dynamik. Vor allem auf Facebook entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über den stockenden Informationsfluss rund um die ausgefallenen Abfalltouren und die Nachholtermine. Außerdem gab es zu viele Widersprüche, ob nicht geleerte Tonnen einfach an der Straße stehenbleiben sollen oder nicht. Zusätzliche Kritik kam zur Erreichbarkeit der App. Diese war teils nicht erreichbar oder leitet, was Aktuelles betrifft, auf die nicht besonders gut für Smartphones optimierte Webseite weiter, was das Lesen der gesuchten Infos erschwert.
Dabei wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass sich die Kommunikation der AWS zu stark auf digitale Kanäle wie die AWS-App und Internetseite stützte. Gerade ältere Mitbürger fühlten sich dadurch abgehängt. Sie verfügen häufig weder über ein Smartphone noch nutzen sie soziale Netzwerke und erfuhren von den Änderungen teils erst sehr spät oder über Umwege.