200 geladene Gäste und ein besonders herzlicher Abschied | Schaumburger Wochenblatt

200 geladene Gäste und ein besonders herzlicher Abschied

Herzlicher Empfang auf dem Überraschungsfest durch Mike Schmidt (re.). (Foto: gk)
Herzlicher Empfang auf dem Überraschungsfest durch Mike Schmidt (re.). (Foto: gk)
Herzlicher Empfang auf dem Überraschungsfest durch Mike Schmidt (re.). (Foto: gk)
Herzlicher Empfang auf dem Überraschungsfest durch Mike Schmidt (re.). (Foto: gk)
Herzlicher Empfang auf dem Überraschungsfest durch Mike Schmidt (re.). (Foto: gk)

„Projekte werden abgeschlossen, Gebäude irgendwann saniert, politische Entscheidungen möglicherweise wieder verändert, aber die gemeinsame Zeit und all das, was wir miteinander erreicht und erlebt haben, das bleibt für immer.“

Mit diesen Worten schloss Mike Schmidt seine mit vielen persönlichen Danksagungen, Rückblicken und Humor gefüllte Ansprache anlässlich seiner Verabschiedung als Samtgemeindebürgermeister von Nenndorf vor rund 200 geladenen Gästen in der Wandelhalle.

Schmidt wurde mit dieser Feierstunde überrascht. Er hatte nur einen Termin für diesen Tag erhalten, ohne zu wissen, was dort stattfinden würde. Und dieser Termin wurde zu einem Hochfest der Danksagung und Dankbarkeit von und an die Mitarbeitenden in Vergangenheit und Gegenwart – vor allem „an die große Mannschaft der Verwaltung“, wie Schmidt betonte.

Nach zwölf Jahren Amtszeit als Samtgemeindebürgermeister aus eigenen Stücken aufzuhören, das bewegte nicht nur den Verwaltungschef selbst, sondern viele Weggefährten – aus seiner ehemaligen Dienstzeit bei der Polizei, seinem politischen Werdegang, der städtischen Verwaltung und nicht zuletzt aus seiner Familie.

Die vielfache und vielschichtige Verbundenheit, die während der persönlichen Begrüßungen deutlich wurde, füllte die gesamte Feierstunde und löste beim gestandenen Verwaltungschef Schmidt, seinen engsten Mitarbeitenden wie auch bei vielen Gästen die eine oder andere Träne aus.

Viele humorvoll vorgetragene Erinnerungen wurden den Gästen per Videoclip vor Augen geführt, bevor Schmidt einen persönlichen Rückblick gab, gespickt mit deutlichem Dank für die starke Unterstützung.

Dieser ließ den „Schnacker und Macher“ Schmidt sehr offen sprechen: „Euch allen vielen, vielen Dank, liebe Kolleginnen und Kollegen, für jeden Moment, für jede Minute, für alles, was ich erleben durfte ... Ich bin auch ein Schnacker. Aber ich finde, es ist immer ein Unterschied, ob man ein Schnacker ist oder ein Schnacker mit Substanz. Und das habe ich gerade bei den Ansprachen raushören dürfen, dass hinter der Schnackerei halt auch tatsächlich ein bisschen was steckte und man nicht nur eine große Fresse hatte.“

Aber diese zwölf Jahre hätten nicht nur die Kommune verändert, sondern auch ihn selbst. Schmidt: „Es gehört auch zur Wahrheit, dass das für die Familie eine unfassbar harte Zeit war, so wie ich mein Amt ausgelebt habe. Ich bin nicht so zu Hause gewesen, wie man das tatsächlich vielleicht auch als Vater hätte sein müssen.“ Zur Wahrheit gehöre auch die Folge davon, die Trennung von seiner Frau, „aber nie von meinen Kindern“.

Er erinnerte an zahlreiche Ereignisse, besonders an die NDR-Stadtwette, mit der die Zeit begonnen habe, sodass „aus dieser Schlafstadt auf einmal ein Wir-Gefühl entstanden ist, sie aus dem Dornröschenschlaf erweckt wurde“, was eigentlich nur ein „heimlicher Test für die Landesgartenschau in Bad Nenndorf war“.

Seine Prämisse „viel gestalten, wenig verwalten, jeden Tag aufs Neue“ bestätigten auch die weiteren Ansprachen vom Ersten Samtgemeinderat und Stellvertreter des Samtgemeindebürgermeisters Andre Lutz sowie Benjamin Lotz, dem Geschäftsführer der Landesgartenschau Bad Nenndorf gGmbH.

Zu Schmidts Erfolgen gehören der Verwaltungsumbau, 400 zusätzliche Kita-Plätze, die Neuaufstellung der Feuerwehr sowie der sehr lange, zähe Prozess der Übernahme des Staatsbades mit der Sicherung von 40 Arbeitsplätzen.

An seinen Nachfolger Ralph Tegtmeier gewandt, sagte Schmidt: „Du bekommst ein – ich sag das ja wieder ganz bescheiden und schüchtern – eines der bestbestellten Rathäuser, die es hier in der Gegend gibt. Du kannst dich auf die Mannschaft verlassen, aber du musst auch gut zu ihnen sein und bleiben. Du musst sie vor allen Dingen auch machen lassen, denn sie haben gelernt, sehr viel Freiheit zu bekommen, und dadurch sind sie wirklich aufgeblüht und arbeiten dementsprechend.“

Er wünschte ihm alles Gute und betonte: „Du hast zwölf Jahre lang auf der Ratsseite mich als Samtgemeindebürgermeister getragen. Ich habe nicht vor, das anders zu machen.“


Winfried Gburek
Winfried Gburek
Freier Redakteur Schaumburger Wochenblatt
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