In sieben der Schaumburger Kommunen steht schon nach dem ersten Wahlgang fest, welcher Kandidat als Hauptverwaltungsbeamter in Zukunft an der Spitze der Verwaltung steht, während es in den anderen Städten und Samtgemeinden noch einmal in die Stichwahl geht . Bei der großen Mehrzahl dieser Entscheidungen „im ersten Durchgang“ wurden die Amtsinhaber in ihren Posten bestätigt.
Ein neues Gesicht im Bürgermeisterbüro gibt es so bisher lediglich im Rathaus der Samtgemeinde Sachsenhagen. Hier folgt Heiko Monden auf Vorgänger Jörn Wedemeier, der nicht für eine weitere Amtszeit angetreten war.
In den Stadträten, Samtgemeinderäten und im Gemeinderat der sieben hier behandelten Kommunen zeigt sich teils eine Zunahme von Stimmen für Wählergemeinschaften. In Rinteln und Obernkirchen sammelte die AfD hohe Stimmenanteile bei der Wahl zu diesem Gremium.
Die Kommunen im Einzelnen:
Samtgemeinde Sachsenhagen
Heiko Monden für die SPD und Jörg Zschetzsche für die CDU waren in der Samtgemeinde Sachsenhagen ins Rennen um das Amt des Samtgemeindebürgermeister gegangen. Am Wahltag hatte Heiko Monden mit 56,7 Prozent der Stimmen die Nase vorn und wird so neuer Samtgemeindebürgermeister. Die Wahlbeteiligung bei dieser Abstimmung lag bei 70 Prozent.
Im Samtgemeinderat ist die CDU mit 37,4 Prozent der Stimmen die stärkste Kraft, es folgt die SPD mit 33,2 Prozent, die Wählergemeinschaft mit 12,8 Prozent, die Grünen mit 11 Prozent und die Linke mit 5,4 Prozent.
Gemeinde Auetal
Drei Kandidaten hatten sich in der Gemeinde Auetal um den Posten des Bürgermeisters beworben. Mit klarer Mehrheit entschieden sich die Wähler dafür, Amtsinhaber Jörn Lohmann erneut mit dem Posten des Rathauschefs zu betrauen. Lohmann (CDU) vereinigte 63,1 Prozent der Stimmen auf sich. Torben Stemme (SPD) kam auf 28,7 Prozent der Stimmen, Yves Buddensieck von der Wählergemeinschaft Auetal auf 8,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 70 Prozent.
Für die Gemeinderatswahl der Einheitsgemeinde sammelte die CDU 39,3 Prozent der Stimmen, die SPD 38,1 Prozent, die Wählergemeinschaft 12,6 Prozent, Grüne 6,5 Prozent sowie die Linke 3,4 Prozent.
Stadt Obernkirchen
In Obernkirchen wurde die Wahl um das Bürgermeisteramt zu einer klaren Angelegenheit. Die Amtsinhaberin Dörte Worm-Kressin (parteilos, unterstützt von CDU und Grünen) entschied die Wahl erneut für sich und bleibt Bürgermeisterin. Sie sammelte rund 76,9 Prozent der Stimmen und erarbeitete sich damit einen deutlichen Vorsprung gegen Herausforderer Martin Dreilichowski von der SPD. Die Wahlbeteiligung lag in der Bergstadt bei 61,2 Prozent.
In der Stadtratswahl lagen die CDU mit 29,6 Prozent und die SPD mit rund 29,1 Prozent der Stimmen fast gleichauf. Erstmals kandidierte die AfD für das Gremium und kam auf 18,2 Prozent der Stimmen gefolgt von Grünen (12,3 Prozent), Linke (4,7) sowie den Einzelwahlvorschlägen Florian Dreyer (4,1 Prozent) sowie Sebastian Harmening (1,8 Prozent).
Stadt Rinteln
Wie auch Jörn Lohmann im Auetal gelang es Amtsinhaberin Andrea Lange in Rinteln, ihren Posten im ersten Wahldurchgang zu behaupten, obwohl es zwei Herausforderer gab. Mit 53,9 Prozent holte Lange (parteilos, unterstützt von der SPD, Grünen und WGS) knapp die erforderliche absolute Mehrheit der Stimmen. Bastian Kautscha (Wählerbündnis Rintelner Interessen) erhielt die Stimmen von 25,9 Prozent der Wähler, Fabian Horn (FDP) erreichte 20,1 Prozent der Stimmen. Dies bei einer Wahlbeteiligung von 57,4 Prozent.
Bei den Wahlen zum Stadtrat holte die SPD 29,1 der Stimmen, die CDU 22,4 Prozent. Die AfD ist erstmals im Gremium vertreten mit rund 18,6 Prozent der Stimmen gefolgt von den Rintelner Interessen (10,3 Prozent), Grünen (8,6 Prozent), FDP (4,6 Prozent), Linke (3,6 Prozent), Wählergemeinschaft (1,6 Prozent) sowie DAVA-Niedersachsen (1 Prozent).
Samtgemeinde Eilsen
Amtsinhaber Hartmut Krause (Einzelbewerber, unterstützt von der CDU) sicherte sich mit 57.9 Prozent die Mehrheit der Stimmen vor Herausforderer Ole Grimmig (SPD) mit rund 42 Prozent der Stimmen. Krause sieht so einer weiteren Amtszeit entgegen. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 55 Prozent.
Für den Samtgemeinderat holte die SPD 36,3 Prozent der Stimmen knapp vor Zukunft für Eilsen (33,3 Prozent) sowie der CDU (27,1 Prozent) sowie der FDP (3,3 Prozent).
Samtgemeinde Lindhorst
Zwei Bewerber nahmen das Rennen um das Amt der Samtgemeindebürgermeisters in der Samtgemeinde Lindhorst auf, Einzelbewerberin Svenja Edler, unterstützt von der SPD, Christoph Marx, ebenfalls Einzelbewerber, hinter den sich CDU, FDP, Grüne sowie die Wählergemeinschaft die Bürger stellten. Amtsinhaberin Svenja Edler erreichte mit rund 54,9 Prozent der Stimmen eine knappe Mehrheit gegenüber dem erstmals angetretenen Marx (45,1 Prozent). Sie bleibt also Samtgemeindebürgermeisterin. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 63,86.
Die SPD wurde mit 25,6 Prozent die stärkste Kraft bei der Samtgemeinderatswahl vor der CDU mit 21,6 Prozent der Stimmen. Es folgen die Bürger mit 17,3 Prozent, die Wählergruppe Beckedorf mit 9,7 Prozent, Grüne mit 9,8 Prozent, Wählergemeinschaft Samtgemeinde Lindhorst (7,2 Prozent), Linke (5,1 Prozent) sowie FDP (3,6 Prozent).
Samtgemeinde Niedernwöhren
Die amtierende Samtgemeindebürgermeisterin Aileen Borschke (Einzelbewerberin) befand sich in einer komfortablen Situation. Sie ging ohne Gegenbewerber in die Wahl. Sowohl die SPD als auch die CDU unterstützten sie als ihre Kandidatin in der Samtgemeinde Niedernwöhren. Die Wähler bestätigten Borschke dann auch mit rund 85,6 Prozent Ja-Stimmen. Ein so deutliches Votum darf wohl auch ohne Gegenkandidaten als Vertrauens-Ausdruck der Wählerschaft für Borschke gewertet werden. Zumindest wird hier keinerlei „Denkzettelstimmung“ spürbar, worauf auch die hohe Wahlbeteiligung von rund 68 Prozent hindeutet.
Der SPD gelang es bei der Abstimmung zum Samtgemeinderat mit 41,2 Prozent die meisten Stimmen zu holen vor der CDU mit 34,7 Prozent der Stimmen. Die Wählergemeinschaft Niedernwöhren erreichte (9,8 Prozent), die Grünen 8,9 Prozent und die Linke 5,2 Prozent.