Mit der Enthüllung des Namensschildes ist vor zahlreichen Gästen der „Friedrich-Rösener-Platz“ in Cammer eingeweiht worden. Mit der Benennung soll an den außerordentlichen Einsatz des verstorbenen Ehrenbürgermeisters für Cammer erinnert werden.
Zwanzig Jahre lang, bis zum Jahr 2011, prägte Friedrich „Fritz“ Rösener als Ortsbürgermeister das Leben in Cammer. Danach wurde er zum Ehrenbürgermeister ernannt. Auf Vorschlag und Beschluss des Ortsrates erinnert nun der neue Friedrich-Rösener-Platz an sein Lebenswerk. Mit einer feierlichen Einweihungsfeier ist am vergangenen Freitag der Treffpunkt an der Friller Straße offiziell seiner Bestimmung übergeben worden. Er trägt den Namen des Mannes, der die Dorfgemeinschaft über Jahrzehnte hinweg mitgestaltet hat. Der Bolzplatz bildet schon seit 2006 einen zentralen Mittelpunkt für Kinder und Jugendliche des Bückeburger Ortsteils Cammer. Im Beisein zahlreicher Bürger sowie Vertretern aus Politik und lokalen Vereinen wurde schließlich das neue Namensschild für den Platz enthüllt. In seiner Ansprache anlässlich der Eröffnung würdigte Bürgermeister Axel Wohlgemuth den unermüdlichen Einsatz von Friedrich Rösener für seine Heimat. „Fritz war jemand, dem Cammer als Ganzes am Herzen lag“, betonte der Rathauschef im Rückblick auf das Wirken des im Jahr 2019 Verstorbenen. „Neben seinem unermüdlichen Engagement bleibt vor allem seine ehrliche und verlässliche Art in Erinnerung. Wer mit Fritz zu tun hatte, wusste ziemlich schnell, woran er war.“
Der leidenschaftliche Kommunalpolitiker war über Jahrzehnte hinweg tief in der Region und dem Vereinsleben verwurzelt. Insgesamt 30 Jahre lang setzte Rösener sich als Mitglied der CDU-Fraktion im Ortsrat für die Bürger ein und vertrat die Interessen der Gemeinde zudem 20 Jahre lang im Stadtrat von Bückeburg, der ihn anschließend zum Ehrenratsmitglied ernannte. Auch im Vereinsleben hinterließ er tiefe Spuren. Er leitete den Schützenverein „Ruhe siegt“ 35 Jahre lang als Vorsitzender und war 1953 einer der Mitbegründer der örtlichen Dorfjugend. Hier stand er unter anderem bei der Organisation des jährlichen Erntefestes bis ins hohe Alter unterstützend zur Seite. Darüber hinaus brachte er sich in unzähligen weiteren Bereichen des dörflichen Lebens aktiv ein. Wie nahbar und heimatverbunden Rösener war, zeigt sich heute an vielen Ecken des Dorfes. So fertigte er als Tischlermeister eigenhändig die Skulptur „Tor der Liebe“ am Bolzplatz sowie rund ein Dutzend Holzbänke an und stellte sie im Ort auf, um Raum für Begegnungen und Gespräche zu schaffen. Auch die bekannte Büste des Cammer Mannes vor dem Dorfgemeinschaftshaus geht auf seine Initiative zurück. Rösener war es stets ein tiefes Anliegen, die Identität und die Geschichten des Dorfes für die Nachwelt zu bewahren. Für sein ehrenamtliches Engagement im Dienst der Bürger war ihm 2018 das Bundesverdienstkreuz verliehen worden.
Auch für seine Familie war der Tag der Einweihung ein emotionaler Moment. Seine Kinder Sigrid Triebwasser, Karin Kalthegener und Manfred Rösener zeigten sich sichtlich gerührt von der großen Wertschätzung, die ihrem Vater entgegengebracht wurde. „Das Wohl Cammers und aller Cammeruner hat unserem Vater immer sehr am Herzen gelegen“, erinnerten sie sich gemeinsam.