Eigentlich hätte die Sitzung des Rates der Gemeinde Niedernwöhren am Montagabend nach kurzer Zeit beendet sein können. Die Tagesordnungspunkte: Neuer Gasversorgungsvertrag sowie die Jahresabschlüsse 2012 und 2013 wurden einstimmig beschlossen. Lediglich beim Thema „Bebauungsplan Im Flakenholz“ wurde die aus Sicht der Ratsmitglieder schlechte Arbeit des Planungsbüros kurz diskutiert. Verschiedene Varianten, wie man von Seiten der Gemeinde an die Planer herantreten solle, wurden beraten. Ortsbürgermeister Thomas Bachmann wies schließlich daraufhin, dass: „… wir gerade noch so im Plan sind.“ Es folgte daraufhin kein Beschluss, sondern lediglich die Information der Ratsmitglieder. Für das geplante Gewerbegebiet in Richtung Wiehagen lägen bereits erste Bewerbungen vor, schilderte Bachmann. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde erwähnt, dass in der ehemaligen Spielothek neben dem Netto-Markt Aktivitäten festzustellen seien. Gerüchteweise soll dort ein Fitnessstudio einziehen. Dieses sei so nicht genehmigungsfähig und es müsse der B-Plan geändert werden, war einhellige Ansicht.

Einstimmige Beschlüsse des Rates

Unter Punkt 8, Mitteilungen und Anfragen, ließ Thomas Bachmann eine „Bombe platzen“ In einem Schreiben des Planungs-Kernteams für die Niedernwöhrener Flugtage, Arbeitstitel: „Ein Dorf hebt ab“, erklärten die vier Hauptinitiatoren, dass sie die geplanten Flugtage nicht mehr durchführen würden. Das Schreiben liegt dem Schaumburger Wochenblatt vor. Mit dem Hinweis, dass ihnen die Entscheidung nicht leichtgefallen sei, schilderten sie neben zunehmender Kritik aus der Bevölkerung auch persönliche Anfeindungen, bei denen eindeutig „… eine rote Linie überschritten wurde“. Nach dem Verlesen der Stellungnahme hatten die anwesenden Mitglieder des Teams Gelegenheit, ihre persönlichen Erfahrungen näher zu schildern. Dabei kam zutage, dass teilweise sogar Familienangehörige eines der Planer sehr kritisch auf das Engagement der Person angesprochen wurde. Gemeinhin fehlte allen übergriffigen Kritikern sachliches Hintergrundwissen. Teilweise lehnten sie sogar sachliche Gespräche komplett ab.

Kritiker überschreiten Rote Linie

Ein Auszug aus der Stellungnahme:“ Wir haben uns daher bewusst die Frage gestellt, ob eine Veranstaltung dieser Größenordnung unter diesen Voraussetzungen noch den Anspruch erfüllen kann, ein verbindendes Erlebnis für die gesamte Region zu sein. Für uns steht fest: Ein Projekt, das für die Menschen gedacht ist, darf nicht Gefahr laufen, die Bevölkerung auseinander zu dividieren!“ Das Schaumburger Wochenblatt hatte nach der Sitzung Gelegenheit mit Klaus-Dieter Wilkening, einem der Väter des Gedankens, zu sprechen. Wilkening betonte, dass das Projekt zwischenzeitlich auf soliden finanziellen Grundlagen gestanden hatte. Große Unternehmen, die Bundeswehr, ein Großcaterer und Flugbegeisterte aus ganz Deutschland und sogar darüber hinaus haben seit den ersten Überlegungen im Jahr 2024 Unterstützung zugesagt. Das erweiterte Organisationsteam bestehe mittlerweile aus etwa 50 ehrenamtlichen Mitgliedern, viele davon aus Niedernwöhren, beschrieb er. Umso trauriger ist „KD“, dass im Ort durch massive persönliche Angriffe eine rote Linie überschritten wurde und sie zu dem Schritt genötigt wurden. Zu Mittwochabend wurde das komplette Unterstützungsteam eingeladen und die Stellungnahme verlesen. Lesen Sie zu diesem Thema auch den Kommentar: https://www.schaumburger-wochenblatt.de/was-ist-bloss-mit-den-menschen-los/cnt-id-ps-1f88fd0c-28a0-4370-b14a-f5e7cb5f9506