Die CDU-Stadthagen hat den Sprecher ihrer Ratsfraktion Heiko Tadge mit großer Mehrheit zum Kandidaten für die Wahl um das Bürgermeisteramt bestimmt. Tadge, Offizier bei der Bundeswehr, erklärte in seiner Bewerbungsrede, Stadthagen als Bürgermeister „aus dem Dornröschenschlaf“ erwecken zu wollen.
Er betrachte seine Heimatstadt als „liebens- und lebenswerten“ Ort, sei jedoch überzeugt, dass die Stadt „viel besser und viel mehr sein könne als momentan“, so Tadge bei der Versammlung im Ratskeller. Der gebürtige Stadthäger konzentrierte sich in seiner Rede auf fünf lokalpolitische Themenfelder.
So werde er die Wirtschaftsförderung „zur Chefsache“ machen. Es gelte, die besehenden Unternehmen zu besuchen und zu pflegen. Nur wer deren Herausforderungen kenne, können zielgerichtet an der Verbesserung der Rahmenbedingungen arbeiten. Gleichzeitig müssten neue, innovative Geschäftsideen unterstützt werden, Neugründungen Entwicklungsmöglichkeiten erhalten. „Wirtschaftsförderung darf nicht im Hinterzimmer schlummern, sie muss proaktiv tätig sein. Ich werde hier gemeinsam mit dem Team unserer städtischen Wirtschaftsförderung neue Akzente setzten und Gas geben“, so Tadge.
In der Innenstadt gelt es zwar, weiterhin Einzelhandel und Gastronomie zu pflegen und Chancen zu nutzen. Gleichzeitig sei jedoch ein Strategiewandel zu vollziehen, indem Einzelhandel und Dienstleistungen auf „den notwendigen Raum“ in der Stadt begrenzt würden. Der Ausbau des Wohnens in der Innenstadt solle an Bedeutung gewinnen. Mehr Bewohner im Zentrum würden zu einer Belebung führen und auch Handel und Gastronomie guttun. Zudem müsse der Wochenmarkt wieder gestärkt werden.
Das subjektive Sicherheitsgefühl in Stadthagen sei schlecht. Wenn eine dreistellige Anzahl von Laternen in der Kreisstadt nicht mehr funktioniere, seien Verfahrensweisen zu verbessern. Die Absprache mit der Polizei müsse enger werden, gemeinsame Streifengänge von Polizisten und Sicherheitsdienst auch in den entscheidenden Zeiträumen stattfinden.
Stadthagen biete eine hohe Wohnqualität, es sei jedoch nötig, neuen Wohnraum in großem Umfang zu schaffen, unter anderem mit Hilfe des Bau-Turbos. Von der Kita-Versorgung bis zu Freizeitaktivitäten sei Stadthagen gut aufgestellt, im Auge müsse man in der Zukunft die ärztliche Versorgung halten.
Wichtig sei zudem, die Verwaltung in den Blick zu nehmen und hier bürgerfreundlicher zu werden, so Tadge.
In seiner Tätigkeit bei der Bundeswehr habe er die Fähigkeit erworben, Personal zu führen. Gleiches gelte für Verwaltungskenntnisse und Organisationsvermögen. Nach dem Wehrdienst hatte Tadge die Offizierslaufbahn eingeschlagen, war unter anderem in Celle erster Chef der Flugbetriebsstaffel und „Senior Air Traffic Control Officer“ (Fachvorgesetzter der Flugsicherung). Seit längerer Zeit sei er als Vorsitzender des dortigen Personalrates freigestellt, habe täglich mit Verwaltungsakten, Tarif- und Beamtenrecht zu tun.
Tadge ist in Stadthagen geboren und engagierte sich intensiv lokalpolitisch, ist Ratsherr, seit 15 Jahren Sprecher der Ratsfraktion, war über 13 Jahre Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, ist Kreistagsabgeordneter. Er ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Eng verbunden ist er dem Stadthäger Schützenfest.
Tadge trat als alleiniger Bewerber an und wurde von der Versammlung nahezu einmütig bei einer Gegenstimme zum Bürgermeisterkandidaten gewählt. Er tritt damit bei der Kommunalwahl gegen den amtierenden Bürgermeister Oliver Theiß (parteilos) und Lennart Conrad (SPD) an.
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