Die Gerüchteküche brodelte schon länger, allerdings hieß es hinter vorgehaltener Hand immer, Bastian Kautscha suche die Unterstützung der CDU im Kampf um das Bürgermeisteramt. Stimmte auch, doch die CDU entschied sich dafür, die Kandidatur von Dr. Fabian Horn (FDP) zu unterstützen. Doch Kautscha blieb seinem Ansinnen treu. Bereits von Beginn an konnte er auf die Unterstützung des Wählerbündnis „Rintelner Interessen” (RI) als Kandidat setzen. Am Dienstag Abend dann die Bestätigung. „RI” in Person von Dr. Ralf Kirstan lud zur Pressesitzung am Donnerstag, 2. April, ins Rathaus ein. Neben der amtierenden Bürgermeisterin Andrea Lange (parteilos), Dr. Fabian Horn (FDP mit Unterstützung der CDU) steht jetzt also mit Bastian Kautscha ein dritter Kandidat zur Wahl. Der Gerüstbaumeister mit Firma im Auetal und Wohnsitz in Rinteln ist im Auetal Vorsitzender des Gewerbevereins.
Der RI-Stadtverband hatte eingeladen zu einer Pressesitzung im Rintelner Rathaus und dem dortigen Ratssaal. Doch die Tür blieb verschlossen, denn, so hieß es aus dem Rathaus: Der Saal war angefragt für die RI-Fraktion und stattdessen sollte es eine vom Stadtverband der Wählerbündnis „Rintelner Interessen“ organisierte Vorstellung ihres Bürgermeisterkandidaten Bastian Kautscha sein! Um die politische Neutralität des Rathauses zu wahren, seien politische Veranstaltungen im Rathaus nicht möglich. Also Planänderung und ab ins Museum. Dr. Stefan Meyer hatte kein Problem damit, einen Museumsraum für eine halbe Stunden zur Verfügung zu stellen.
Volle Unterstützung durch die Familie
Im Museum konnte der parteilose Kautscha dann seine politischen Inhalt in Form einer vorbereiteten Rede vorstellen. Der 45-Jährige ist verheiratet, hat einen Sohn und ist selbstständiger Handwerksmeister mit einem Gerüstbaubetrieb. Nach Bundeswehr und Ausbildung zum Industriekaufmann habe er seinen Gerüstbaumeister gemacht und 2015 den elterlichen Betrieb übernommen.
Warum Bürgermeister?
Warum er Bürgermeister werden wolle? Rinteln habe katastrophale Finanzen und er sei der Ansicht, dass man im Rathaus den Überblick verloren habe. „46,5 Millionen Euro Schulden! Das ist zuviel. In der freien Wirtschaft hätte man damit schon Konkurs anmelden müssen und der Betrieb wäre abgewickelt worden!“ Dem Finanz-Irrsinn der Stadt wolle er im Falle einer Wahl ein Ende bereiten: „Ich bin eine echte Alternative zu den beiden weiteren Kandidaten Andrea Lange und Dr. Fabian Horn“, so Kautscha.
Was ist zu tun?
Die Stadt sei ein Dienstleistungsbetrieb für die Bürger und er wolle nach der Prämisse „Machen statt verwalten“ handeln und jede städtische Auf- und Ausgabe auf den Prüfstand stellen. Gewerbesteuer müsse gesenkt werden, Betriebe brauchten wieder Luft zum Atmen und seine einfache Formel für mehr Wohlbefinden in der Stadt laute: Ordnung + Sauberkeit = Sicherheit. Er wolle sich aktiv gegen Leerstände in der Innenstadt einsetzen, das Ordnungsamt vermehrt in der Stadt in Präsenz setzen und offene Forderungen der Stadtverwaltung in Höhe von 4,2 Millionen Euro eintreiben lassen.
Hart aber fair
Im Wahlkampf setze er auf Fairness, ebenso in der Ratsarbeit: „Es wird hart am Wind gesegelt, man muss sich nach Debatten aber wieder in die Augen schauen können und ein Bier zusammen trinken!“ Beim städtischen Personal würde er genau hinschauen, wofür wieviel Geld ausgegeben werde und wo man einsparen könne. „Ich schaue aus unternehmerischer Sicht auf mein Personal!“ Allerdings: „An der Arbeit für Kinder wird nicht gespart!“
Wie unterscheidet sich Kautscha von der CDU?
Ursprünglich hatte Kautscha ja auch auf den Rückhalt der CDU im Wahlkampf gehofft, doch die entschied sich für Dr. Fabian Horn (FDP). Was ihn von Horn unterscheide? „Ich bin Praktiker und kein Verwaltungstheoretiker“, so Kautscha. Er werde auch nicht in Richtung der CDU nachtreten: „Die Aufgabe von Veit Rauch von der CDU ist es, die Bündnisse im Rat klein zu halten und daher verstehe ich seine Entscheidung!“