Am Sonntag, 27. September, werden die Wähler in Bückeburg, Stadthagen sowie den Samtgemeinden Nenndorf und Rodenberg erneut zur Wahl gebeten. In allen vier Wahlen für die hauptamtlichen Bürgermeister hat im ersten Durchgang am 13. September niemand die erforderliche absolute Mehrheit erreicht. Besonders spannend wird es in Nenndorf und Rodenberg: Dort treten die bisherigen Amtsinhaber nicht wieder an – die Samtgemeinden bekommen also in jedem Fall eine neue Spitze.
Wechsel an der Spitze
In der Samtgemeinde Nenndorf steht fest, dass es einen Wechsel im Amt des Samtgemeindebürgermeisters geben wird. Der bisherige Amtsinhaber tritt nicht erneut an. Mit Ralph Tegtmeier und Marcus Becker stehen sich nun in der Stichwahl ein SPD- und ein CDU-Kandidat gegenüber. Tegtmeier lag im ersten Wahlgang mit gut acht Prozentpunkten vor Becker, eine Vorentscheidung ist das aber nicht: Für die Stichwahl gehen die Zähleer nun auf Null und es wird spannend, wer seine Wähler noch einmal motivieren kann zur Wahlurne zu schreiten, und wie sich diejenigen entscheiden, die zuvor einen der unterlegenen Kandidaten gewählt hatten.
Auch in der Samtgemeinde Rodenberg wird das Amt neu besetzt. Der bisherige Amtsinhaber trat nicht mehr im Landkreis Schaumburg an. Carsten Kölling, der als Einzelbewerber antritt, erreichte im ersten Wahlgang 40,49 Prozent und geht mit einem Vorsprung von 804 Stimmen auf CDU-Kandidatin Tanya Warnecke in die Stichwahl. Für beide dürfte entscheidend sein, wen sie aus dem Lager des ausgeschiedenen SPD-Bewerbers Klaus-Werner Volker mobilisieren können.
Stichwahlen in Bückeburg und Stadthagen
Auch in den Städten Bückeburg und Stadthagen kommt es zu einer erneuten Entscheidung an der Urne. In Bückeburg treffen Amtsinhaber Axel Wohlgemuth (CDU) und seine Herausforderin Sandra Schauer-Bolte (SPD) erneut in einer Stichwahl aufeinander. Wohlgemuth lag im ersten Wahlgang mit 45,14 Prozent vorn, verfehlte die absolute Mehrheit aber ebenso wie Schauer-Bolte, die auf 35,68 Prozent kam. Andreas Paul Schöniger von den Freien Wählern schied mit 19,18 Prozent aus. Für Wohlgemuth und Schauer-Bolte ist es damit die nächste direkte Entscheidung gegeneinander: Bereits bei der Bürgermeisterwahl 2021 standen sich beide in einer Stichwahl gegenüber.
In Stadthagen geht Amtsinhaber Oliver Theiß als Einzelbewerber in die Stichwahl gegen SPD-Herausforderer Lennart Conrad. Conrad erreichte im ersten Durchgang mit 38,17 Prozent knapp die meisten Stimmen; Theiß folgte mit 36,51 Prozent. Heiko Tadge (CDU) verpasste den Einzug in die Stichwahl mit 25,32 Prozent. Die Ausgangslage ist damit besonders offen: Zwischen Conrad und Theiß lagen nach Auszählung aller 34 Wahlbezirke lediglich 155 Stimmen.
So funktioniert die Stichwahl
Eine Stichwahl wird notwendig, wenn bei einer Bürgermeister- oder Samtgemeindebürgermeisterwahl im ersten Wahlgang niemand mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhält. Dann treten nur noch die beiden Bewerberinnen oder Bewerber mit den meisten Stimmen gegeneinander an. Gewählt ist, wer am 27. September die meisten Stimmen auf sich vereint.
Für die Wahl gilt grundsätzlich weiterhin dasselbe Wählerverzeichnis wie am 13. September und auch der Wahlraum bleibt wie zuvor. Die Wahlbenachrichtigung muss zum zuständigen Wahllokal mitgenommen werden. Die Stimmabgabe ist aber in der Regel ebenfalls möglich, wenn die Wahlbenachrichtigung nicht mehr vorliegt – Voraussetzung ist die Eintragung im Wählerverzeichnis; ein gültiger Personalausweis oder Reisepass sollte dann mitgebracht werden.
Auch Briefwahl ist erneut möglich. Wichtig: Wer beim Antrag für den ersten Wahlgang die Unterlagen beantragt hatte, bekommt die neuen Briefwahlunterlagen automatisch per Post. Alle anderen müssen für die Stichwahl einen neuen Wahlschein beziehungsweise Briefwahlunterlagen bei ihrer Stadt oder Samtgemeinde beantragen, etwa persönlich, schriftlich, per E-Mail oder – soweit angeboten – online. Ein telefonischer Antrag reicht nicht aus.
Der ausgefüllte Wahlbrief muss spätestens am Wahlsonntag, 27. September, um 18 Uhr beim zuständigen Wahlbüro eingegangen sein. Es könnte aber zeitlich eng werden. Verschickt wurde meist erst ab dem 18. September. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte den Brief also nicht erst kurz vor dem Termin absenden, sondern ihn direkt abgeben.
Übersicht der vier Stichwahlen nach dem ersten Wahlgang – mit Ergebnissen der jeweils unterlegenen Kandidaten.
| Kommune | Stichwahl | Ergebnis erster Wahlgang | Unterlegene Kandidaten |
|---|---|---|---|
| Stadt Bückeburg | Axel Wohlgemuth (CDU) gegen Sandra Schauer-Bolte (SPD) | Wohlgemuth: 4.447 Stimmen, 45,14 Prozent; Schauer-Bolte: 3.515 Stimmen, 35,68 Prozent | Andreas Paul Schöniger (Freie Wähler) schied mit 1.890 Stimmen und 19,18 Prozent aus. |
| Stadt Stadthagen | Lennart Conrad (SPD) gegen Oliver Theiß (Einzelwahlvorschlag Theiß) | Conrad: 3.569 Stimmen, 38,17 Prozent; Theiß: 3.414 Stimmen, 36,51 Prozent | Heiko Tadge (CDU) kam auf 2.368 Stimmen und 25,32 Prozent. |
| Samtgemeinde Nenndorf | Ralph Tegtmeier (SPD) gegen Marcus Becker (CDU) | Tegtmeier: 3.866 Stimmen, 40,72 Prozent; Becker: 3.068 Stimmen, 32,31 Prozent | Uwe Engelking (WGN) erhielt 1.528 Stimmen, 16,09 Prozent. Wolfgang Seifert (FDP) kam auf 1.033 Stimmen, 10,88 Prozent. |
| Samtgemeinde Rodenberg | Carsten Kölling (Einzelbewerber) gegen Tanya Warnecke (CDU) | Kölling: 3.493 Stimmen, 40,49 Prozent; Warnecke: 2.689 Stimmen, 31,17 Prozent | Klaus-Werner Volker (SPD) erhielt 2.444 Stimmen und 28,33 Prozent. |