Schon vor einem Jahr hatte der Vorsitzende des Schützenvereins, Kay-Uwe Wiechmann, eingreifende Veränderungen in den Strukturen und Veranstaltungen angekündigt. „Wollen wir auch in Zukunft noch als Verein eine Berechtigung haben, müssen wir jetzt handeln”, so der Vorsitzende während der Jahreshauptversammlung im Schützenhaus vor knapp 40 Mitgliedern.
Eine Satzungsänderung soll den Weg für andere Sportarten im bisher rein schießsporttreibenden Verein freimachen. Nach eingehender Diskussion sprachen sich (bei zwei Enthaltungen) alle anwesenden Schützenschwestern und Schützenbrüder für eine Öffnung des Vereins nach allen Seiten aus. Aus dem Schützenverein soll ein „Schieß- und Sportclub” werden. Die Mitglieder beauftragten jedoch den Vorstand, vorher noch mit den örtlichen Vereinen Kontakt aufzunehmen, um eine Zusammenarbeit auszuloten. Wiechmann, der bereits mit anderen Auetaler Schützenvereinen eine Zusammenarbeit anstrebte und sich dort „Absagen” einhandelte, sieht die Zukunft nur in einer Öffnung für „Randsportarten”, die weder ein Vereinshaus noch einen Verein haben. „Diese „Clubs”, wie Tanzsportgruppen, Skat- oder Schachclubs, um nur einige zu nennen, könnten im Schützenverein ein neues „Zuhause” finden, ohne dass die Schützen ihre Identität oder Tradition aufgeben müssten. „Wir sind jetzt noch in der Lage, unsere Zukunft selbst zu bestimmen, wir sind schuldenfrei, haben ein wunderschönes Haus und einen intakten Vorstand”, so der Vorsitzende weiter, der keine andere Chance sieht, denn der Verein braucht neue Mitglieder, um die laufenden Kosten zu decken. Zwar habe man den Mitgliederschwund aufhalten können, indem zwölf neue Eintritte zu verzeichnen sind, doch mit jetzt 135 Mitgliedern ist der Verein zu klein, um finanzielle Defizite aufzufangen. Die traditionellen Veranstaltungen, wie Königsball oder Schützenfest werden in veränderter Form als „Wintervergnügen” oder Dorfgemeinschaftsfest weitergeführt. Eine Zusammenlegung der Feste mit den örtlichen Vereinen ist teilweise schon geschehen. Das Dorfgemeinschaftsfest mit der „Napoleonschlacht” wurde für den 12. bis 14. Juni terminiert. „Mit „Simply Dry” haben wir für den Tanzabend eine Top-Band verpflichtet, die lebendige Musik vom Feinsten bietet”, so Kay-Uwe Wiechmann. Die Wahlen zum neuen Vorstand gestalteten sich diesmal problemlos, da sich der Vorsitzende für eine neue Amtszeit bewarb und einstimmig gewählt wurde. Für den scheidenden 2. Vorsitzenden Norbert Monden, der nach 33-jähriger Vorstandsarbeit einem jüngeren Mitglied Platz machen wollte, wählte die Versammlung Andrea Seiler. Die junge Mutter aus Borstel bringt auf dieser Position schon Erfahrung mit, denn das Amt bekleidete sie bereits im Schützenverein Rehren. Schießsportleiter bleibt Mario Cascino, die Plätze für die stellvertretenden Jugendleiter und Schießsportleiter bleiben vorerst vakant und werden kommissarisch von Vorstandsmitgliedern ausgefüllt. Ehrungen nahmen Gudrun Göring und Karl Harting entgegen, die dem Verein seit 25 Jahren angehören. Hubert Ackmann dagegen trägt den grünen Schützenrock schon seit 50 Jahren und Sieghard Kellner seit 40 Jahren. Foto: tt
Kay-Uwe Wiechmann mit seiner neuen zweiten Vorsitzenden Andrea Seiler.