Dieses Märchen sollte nun auf der Bühne vorgeführt werden und zwar von zwei Darstellern, von Susanne Hocke und Jürgen Larysch vom Artensemble Bochum. Konnte das umgesetzt werden? Schwerlich, denn verwirrend sind die Handlungsstränge, um sie von zwei Darstellern auf die Reihe bringen zu können, zu abgehoben, zu dicht Kleists Sprache, mit der der Inhalt vermittelt werden sollte, auch jenen, die ihn noch gar nicht kannten. Und doch: Welcher Beifall! Was also kam beim Publikum an? Die vehemente Spielfreude der beiden Darsteller, ihre beachtliche Wandlungsfähigkeit, befördert durch Masken, die jene Figuren porträtieren, die das Spiel so vielschichtig sein lassen.
Obwohl gewiss nicht immer alles genau zu verstehen, wies die extensive Körpersprache doch die Richtung. Hinzu kamen wirkungsvolle Lichteffekte, und so gelang auch optisch ein besserer Einblick in den Gang der Handlung. Trotzdem unvorstellbar die Fülle der Texte, die in enggefühten Dialogen und ausladenden Monologen über zwei Stunden das Publikum umlagerten.
Das konnte nicht ohne Wirkung bleiben. Respekt also vor allem vor der Entschlossenheit zweier Idealisten, überholte Wortfügungen so zu bringen, als wären sie heute entstanden, will sagen: Nichts wirkte aufgesetzt, nichts überzogen, grundehrlich also dieses Spiel, und das zog: Dankbar verließ man das Theater.