„Aufklärungsungünstig” bedeutet nichts anderes, als dass die Spitzbuben sich zuletzt vermehrt für Straftaten entschieden haben, bei denen sie größere Chancen sehen, ungeschoren davon zu kommen. Aber: Viele werden am Ende doch geschnappt. Die Aufklärungsquote konnte zwar den Rekord-Wert von 2011 (65,23 Prozent) nicht ganz erreichen, stabilisierte sich aber sicher an der 60-Prozent-Grenze. Die Gesamtzahl der bearbeiteten Fälle lag mit 2042 knapp über der des Vorjahres (2026). Bei den Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz (24 Taten mehr als im Vorjahr) haben die Täter meist die schlechtesten Karten: Fast alle Fälle werden aufgeklärt. In Sachen „Rohheitsdelikte” - Raub, und Körperverletzung mussten die Ordnungshüter insgesamt exakt 243 Fälle bearbeiten, 40 weniger als im Vorjahr. Von 14 Raubdelikten wurden neun aufgeklärt, bei 149 Körperverletzungen wurden 140 Schuldige ermittelt. Bei den „Stalking”-Vergehen gar konnten zehn von zwölf Fälle aufgeklärt werden. Bei den Diebstählen (insgesamt 785) musste ein knappes Plus von 22 Fällen registriert werden. Allerdings konnten die Ermittler immerhin gut 42 Prozent davon aufklären.
Im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikt (525 Fälle) gab es gegenüber dem Vorjahr ebenfalls ein Plus von 30 Straftaten. Aber auch in diesem Segment konnte die Polizei mit über 75 Prozent sehr gute Aufklärungs-Arbeit leisten. Zu den „beliebtesten” Straftaten gehören derzeit Wohnungseinbrüche - wobei die Täter immer häufiger auch am hellichten Tag zuschlagen. „Aufklärungsungünstig” sind derartige Missetaten aber bestenfalls nur vermeintlich. Die Polizei konnte zuletzt mit einer erstaunlich guten Aufklärungsquote potenzielle Täter verschrecken: Von den „Wohnungs-Einbruchsdiebstählen” (51 Fälle) konnten fast 55 Prozent erledigt werden, bei den „Tageswohnungseinbrüchen” (25) waren es sogar glatte 60 Prozent. -
Den Erfolg ihrer Arbeit führen die heimischen Ordnungshüter zu einem großen Teil auch auf ihre umfangreichen Präventionsmaßnahmen zurück, wie Revierleiter Wilfried Korte noch einmal herausstellte. Dazu gehörten im vergangenen Jahr unter anderem der Einsatz von Schulpaten, die Unterstützung der Jugendarbeit in den Gemeinden, Aufklärungsveranstaltungen in Altenheimen, Schulen und Kindergärten, Lesungen mit bekannten Autoren oder die enge Zusammenarbeit mit dem Präventionsrat der Stadt Rinteln. Verstärkt auf Prävention setzt auch die Verkehrspolizei, wie Einsatz- und Streifendienstleiterin Daniela Kempa erklärte. Dazu gehören umfangreiche Aufklärungsmaßnahmen ebenso wie weiterhin regelmäßige Kontrollen an den Unfallschwerpunkten.
Die Statistik für das vergangene Jahr: Die Gesamtzahl der Unfälle stieg von 757 auf 781, die der leichten Personenschäden von 136 auf 143, während die der Unfälle mit dramatischeren Folgen von 27 auf 24 sank. Tödliche Unfälle mussten im letzten Jahr erfreulicherweise nicht registriert werden.
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