Vorsitzender Franz Josef Stöckl freute sich jetzt im Rintelner Museum, dass er im 185. Jahr des Bestehens des Chores an Stadtarchivar und Museumsleiter Dr. Stefan Meyer einen ganz besonderen „Schatz” des Chores übergeben konnte. Ein verschwunden geglaubter Koffer mit historischen Dokumenten, der von Schriftführer zu Schriftführer übergeben wurde, tauchte nach intensiver Recherche im Verein wieder auf und darin befanden sich noch Schriftstücke aus den Gründungsjahren des Chorgesangs der „Liedertafel” im Jahr 1833. Und auch die neue Chronik des Vereins, aufgearbeitet in mühevoller Kleinarbeit von Dr. Hans-Joachim Gauglitz, wurde dem Museum übergeben. Fest steht, dass 1833 eine Gruppe sangesfreudiger Männer auf der Paschenburg ein durchaus kompliziertes Lied sangen: „Und das ging nicht ohne Proben und Vorbereitung”, ist sich Stöckl sicher, dass der Verein sich damals gründete. Damit sind die Vereinigten Chöre Rinteln der drittälteste Gesangverein Norddeutschlands und der älteste Verein in Rinteln. Für die Chronik wälzte Dr. Gauglitz jede Menge alter Literatur und konnte feststellen, dass der Chorgesang in der Gründungszeit des Vereins eine erheblich größere Rolle spielte als heute. Zu Konzerte, beispielsweise 1839 in Hameln, fuhren mehr als 3.000 Menschen zum Teil mit Ochsenkarren, so dass dort die Straßen verstopft waren. Hameln hatte damals rund 5.500 Einwohner. 1.000 Exemplare der Chronik sind gedruckt und für eine Anerkennungsspende an die Vereinigten Chöre zu haben. Für Dr. Stefan Meyer ist die Übergabe der alten Schriften und der zwei Vereinsfahnen an das Museum ein echter Gewinn. „Gesang spiegelt die bürgerliche Lebenskultur der vergangenen Zeit wider”, so Meyer. Das gemeinsame Singen war damals eine ständeübergreifende Angelegenheit und das war nicht selbstverständlich. Zum Jubiläum wird es vom 14. bis 16. September Feierlichkeiten mit einem Stiftungsfest, einer Showband und einem offiziellen Festakt geben.Foto: ste