Zum Auftakt der „Nacht der Kirche” hatte Pastorin Dr. Heike Köhler einen Familiengottesdienst unter den Linden gehalten, wanderte dabei mit den Gottesdienstbesuchern von der alten zur neuen Linde und taufte dabei auch einige Kinder. Danach herrschte auf dem Pfarrhof ein reges Treiben. Kinder backten Stockbrot am Lagerfeuer und bastelten in der ehemaligen Waschküche Schmuck aus Speckstein und Löffeln und Gabeln. Das Besteck wurde mit Hämmern platt geklopft und zu Armbändern gebogen. Eine „Arbeit”, die auch den Jungen eine Menge Spaß machte. Für die Jugend spielte am späteren Abend die Gruppe Rasayana mit Roman Patzak (Bass), Daniel Koch (Schlagzeug) und Julian Giese (Gitarre, Gesang) Rock und Blues. Doch der Höhepunkt war der Auftritt von Dr. Matthias Schlicht, ein kabarettistischer Theologe, der den Besuchern von der Angst der Pastoren vor öffentlichen Auftritten erzählte. Zur Melodie von Reinhard Mey „Über den Wolken” teilte er dem Publikum die Gefühle eines Pastors mit, der auf die Kanzel fegt, den Faden seines Manuskripts verliert und trotzdem meint, dass das Predigen über den Leuten grenzenlos sein müsse. „Ich hör mir so gerne zu. Oh Schreck, ich hab das Manuskript verloren und von fern dröhnt monoton nur das Schnarchen der Senioren”, sang der Theologe und brachte die Lachmuskeln der Zuhörer mehr und mehr in Bewegung. Nichts war dem Kirchen-Kabarettisten fremd. Vom Oral-Sex bis zur Tupperware, die ihn schließlich in die AT-Selbsthilfegruppe (Anonyme Tupperaner) brachte, reichte sein Streifzug durch das „ganz normale Leben”. Foto: tt