„Integration vor Ort” lautete die Überschrift, mit der die Minderheitsgruppe im Samtgemeinderat das Thema „Jugendarbeit” um das Stichwort „Integration” erweitert wissen wollte. Als Beispiele wurden Rodenberger Kinder syrischer Abstammung genannt, deren Eltern kein Deutsch sprechen. Deshalb solle – so der Vorschlag - ein „Integrationsnetzwerk” gegründet werden, das sich „von Kindergarten über Grundschule bis hin zur IGS und der daran aufsetzenden Jugendarbeit der Samtgemeinde erstreckt”. Zugleich wurde angeregt, eine Mitarbeiterin des Landkreises Schaumburg zu einer gemeinsamen Sitzung von Kindergarten- und Schulausschuss einzuladen.
Während der stellvertretende CDU-Fraktionssprecher Volker Dahle noch einmal mündlich sein Anliegen begründete („Alle Akteure sollen an einen Tisch.”) und darauf hinwies, dass „Angebote und Programme den Betroffenen oft nicht bekannt seien”, hatten sowohl die Verwaltung als auch die SPD in ihrer Fraktionssitzung offenbar in eine ganz andere Richtung gedacht: „Die Grundschulen haben doch Listen über mögliche Hilfen bei Sprachproblemen” wusste Peter Friedrichkeit (SPD) und beklagte, dass „spezielle Kräfte immens teuer” seien. Deshalb könne nicht „ins Blaue” entschieden werden; es müsste ein Bedarf vorhanden sein. Verwaltungsmitarbeiter Reinhard Peter, der eine ganzseitige Stellungnahme verfasst hatte, glaubte zudem, dass der Ausschuss nicht der richtige Ansprechpartner sei: „Es geht doch hier um die Eltern. Das ist nicht Aufgabe der Kindergärten.”
Dahle indes erwiderte, dass ihm zunächst nur eine Beratung aller vom Thema Betroffenen wichtig sei. „Dann schreiben Sie das doch”, knurrte Uwe Budde (SPD), „ich wünsche mir Anträge, die konkret formuliert sind. Alles andere kostet unnötige Lebenszeit.” Zudem habe die Verwaltung „sich Mühe gemacht und nur für den Papierkorb gearbeitet”.
Nach der Abstimmung richtete Ausschussvorsitzende Marina Brand (SPD) versöhnliche Worte an das Gremium: „Das Thema ist doch sehr sensibel.” „Ich bin nicht beleidigt”, kommentierte Dahle das Scheitern seines Antrags. Er will seine Vorschläge nun neu formulieren.