Gestiegene Energie-, Instandhaltungs- und Personalkosten konnten bisher über gute Vermarktungserlöse finanziert werden. Die AWS habe genau geschaut, an welchen Stellen Kosten gespart werden könnten, sagte Heinz Grabbe vor dem Kreistag am vergangenen Dienstag. Auch Rücklagen seien in den vergangenen Jahren aufgebraucht worden, um Defizite aufzufangen.
Der massive Einbruch des Rohstoffmarktes habe die Situation im ablaufenden Jahr verschärft. Die AWS hat über das Recycling-System Sekundärrohstoffe zu Verfügung. Materialen wie Glas, Papier und Kunststoff konnten verkauft werden. Die Preise dafür seien massiv gesunken. In der Kalkulation für die kommenden drei Jahre sei deutlich geworden, dass eine Erhöhung notwendig ist.Eine Grundgebühr von 2,50 Euro im Monat wird auf jedes bebaute Grundstück pro drei angefangenen Wohneinheiten erhoben. Das heißt im Klartext: Unabhängig von der Menge an produziertem Müll zahlen Eigentümer mit Häusern, in denen maximal drei Wohnungen sind, 55 Euro pro Jahr mehr.
Weiterhin werden die Gebühren für Bioabfallbehälter erhöht. Bisher zahlten die Hausbesitzer für eine 80-Liter-Tonne 3 Euro, künftig sind es 3,80 im Monat. Die 120-Liter-Tonne kostet bisher 4,50 Euro im Monat, künftig werden es 5,70 Euro. Bei einer 240 Liter Tonne fallen statt bisher 9 Euro im Monat nun 11,40 Euro an.
Auch beim Sperrmüll müssen die Schaumburger künftig tiefer in die Tasche greifen: Für je drei angefangene Kubikmeter Sperrmüll zahlten sie bisher 25 Euro. Ab Januar werden es 30 Euro.
Auch wer die Entsorgungsanlagen nutzt, zahlt künftig deutlich mehr: Asbestabfälle bis 0,1 Kubikmeter kosten 10 Euro statt bisher 7,50 Euro. Wer seinen Sperrmüll bisher selbst transportierte, zahlt bei den Entsorgungsanlagen bisher 6 Euro, künftig werden es 10 Euro sein. Sonstige Restabfälle bis 0,5 Kubikmeter kosten künftig ebenfalls 10 Euro statt vorher 7,50. Gerade diese Bagatell-Gebühren hätten die Kosten der Entsorgungsanlagen bisher nicht annähernd gedeckt, berichtete Heinz Grabbe den Kreistagsmitgliedern.
Zähneknirschend beschlossen die Kreistagsmitglieder die Gebührenerhöhung. Siegbert Held (WGS) kritisierte die neue Grundgebühr. Bereits die Mindestleerung der Tonnen belaste die Haushalte mit einem fixen Betrag. „Wer Müll spart, wird auch noch bestraft”, so Held. Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreiter sagte, dass die Fixkosten unabhängig von der Müllmenge eine Tatsache seien.
Bernd Insinger, Betriebsleiter der AWS, sagte dazu, dass die neue Grundgebühr zur Finanzierung einer Leistung sei, die vorgehalten werden müsse. Edeltraud Müller (WIR in Schaumburg) hätte sich die die Erhöhung früher und dafür in kleineren Schritten gewünscht. Zusammen mit anderen gestiegenen Kosten käme im neuen Jahr auf die Familien „jede Menge zu”.