Der Förderverein ehemalige Synagoge Stadthagen kann seine Bildungsarbeit zur Demokratieförderung fortsetzen und intensivieren. Dies wird durch die Einrichtung einer unbefristeten Stelle für eine Referentin möglich, die durch einen Zuschuss des Landkreises sowie einen der Rautenberg-Foundation finanziert wird.
Der Förderverein hatte bei der Sanierung des Gebäudes der ehemaligen Synagoge von Anfang an die Idee verfolgt, hier auch einen Lernort zu schaffen. Dieser soll insbesondere Schülern Einblicke in die Hintergründe der NS-Verbrechensgeschichte geben und der Demokratie-Bildung dienen. Dazu wird das historische Gebäude von Jugendlichen aus Schulen des Landkreises und darüber hinaus genutzt. 2021 zeichnete das Kultusministerium dieses als „Lernort Demokratiebildung“ aus. Seit 2024 hatte der ehrenamtliche Verein über Leader-Mittel eine halbe Stelle für eine Bildungsreferentin finanziert, die sich der Bildungs- und Erinnerungsarbeit widmet. Sie bietet unter anderem Workshops für Schulen an. Weil die Leader-Förderung auslief, beantragte der Förderverein ehemalige Synagoge Unterstützung beim Landkreis für die Einrichtung einer unbefristeten vollen Stelle im „Bildungszentrum Demokratie Schaumburg“. Der Kreistag unterstützte bei seiner letzten Sitzung diesen Antrag nahezu einstimmig, befürwortete damit einen Zuschuss von jährlich 50.000 Euro.
Weitere 50.000 Euro für die Finanzierung der Bildungsarbeit wird die Rautenberg-Foundation aus Los Angeles einbringen. Der Bückeburger Jude Erwin Rautenberg musste in der Zeit des Dritten Reiches vor dem NS-Terror in die Vereinigten Staaten fliehen. Seine Stiftung unterstützte den Förderverein bei der Renovierung der Synagoge und bei weiteren Projekten bereits intensiv.
Bei der Kreistagsdebatte hoben die Abgeordneten Kirsten Battaglia (SPD) und Nicole Janisch (CDU) die Bedeutung der Arbeit des „Bildungszentrums Demokratie“ im ehemaligen Synagogengebäude hervor, hier werde „herausragende Aufklärungsarbeit“ geleistet, so Janisch.
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