Der Förderverein ehemalige Synagoge Stadthagen sammelt Spenden, um eine Skulptur für Clara Asch zu erstellen. Sie soll an die Stadthägerin erinnern ebenso wie die anderen Juden aus Schaumburg, die in der NS-Zeit ermordet wurden.
Es ist eine Aufnahme, die eindrücklich klarmacht, wie sich der Terror des dritten Reiches auch in den heimischen Dörfern und Städten auswirkte. Das Foto zeigt, wie Clara Asch mit zwei Koffern in den Händen neben dem historischen Rathaus auf den Stadthäger Markplatz tritt. Die Aufnahme entstand, als Asch 1938 im Zusammenhang mit den Verfolgungsmaßnahmen der Reichspogromnacht wie weitere Stadthäger Bürger der jüdischen Gemeinde verhaftet wurde. Dies war nur eine Station auf dem Weg, der für Clara Asch schließlich in Auschwitz endete.
Der Förderverein ehemalige Synagoge lässt durch den Glaskünstler Frieder Korff einer Skulptur der zierlichen Frau erstellen, orientiert an der historischen Fotografie. „Sie soll erinnern an das Schicksal der Stadthäger und Schaumburger Juden, die entrechtet, vertrieben, deportiert und schließlich in den Vernichtungslagern oder von Erschießungskommandos ermordet wurden“, so der Förderverein ehemalige Synagoge in einer Pressemeldung. Entstehen soll ein Denkmal aus Metall, das an der Ostseite der Synagoge aufgestellt werden soll.
Das kleine, aber lebensgroße Denkmal wird etwa 5.000 Euro kosten; davon sind schon bereits etwa 1.500 Euro über Spenden finanziert.
Um den Rest der Summe stemmen zu können, hofft der Förderverein ehemalige Synagoge auf die Unterstützung durch weitere Spenden.
Der Verein informiert auf seinem Internet-Auftritt www.synagoge-stadthagen.de über das Projekt und führt hier auch die Kontoverbindungen für Unterstützer auf, die einen Beitrag zur Verwirklichung leisten wollen.
Clara Asch, geboren 1881, betrieb ein von ihrem Vater gegründetes Kurzwaren- und Schuhgeschäft in der Niedernstraße. Pauline Asch, ihre jüngere Schwester, half im Geschäft als Schneiderin. Die Nazis deportierten die beiden Schwestern schließlich 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz, wo sie ermordet wurden.
Foto: privat