Jugendliche der weiterführenden Schulen Stadthagens haben das Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz in der Endphase des Zweiten Weltkriegs gestaltet. Dabei erinnerten sie unter anderem an die Biografien ehemaliger jüdischer Bürger der Stadt, die in der Zeit des NS-Regimes verfolgt und in hoher Zahl schließlich ermordet wurden.
Schülergruppen steuerten jeweils die Stolpersteine an, die in der Stadt für die Opfer der Nazidiktatur verlegt sind. Im Vorfeld hatten sie Informationen aus den Biografien der Personen zusammengestellt, an die mit den kleinen Mahnmalen erinnert wird. Jeweils in einer eigens gestalteten Zeremonie gedachten sie der damals verfolgten Menschen.
Anschließend gingen sie zur Abschlussveranstaltung in der Aula des Ratsgymnasiums, wo schließlich mehrere Hundert Schüler und weitere Teilnehmer zusammenkamen. Sie wurde ebenfalls von Jugendlichen gestaltet.
Diese gaben dabei unter anderem ihre Eindrücke von Gedenkstättenfahrten wieder. So schilderten Schüler der IGS Schaumburg ihre Gedanken während eines Besuches der Gedenkstätte in Auschwitz und machten die zwiespältigen Gefühle vor Ort ebenso deutlich, wie die Frage nach der passenden Form des Gedenkens. Der Bogen in die Gegenwart wurde dadurch gespannt, dass in lyrischer Form Assoziationen zu dem Leid anderer Bevölkerungsgruppen aufgegriffen wurden.
Weitere Gedenkstätten wurden einbezogen. Schüler des Ratsgymnasiums zeigten Zeichnungen und Fotos der ehemaligen Lager Maidanek und Belzec und erläuterten das zu Sehende. Deutlich wurden dabei auch die Eindrücke, die diese Besuche bei ihnen hinterlassen hatten. So zum Beispiel, als das Foto von einer Wiese gezeigt wurde, dass nur durch die Erklärungen des Schülers als ein Ort der Vernichtung sichtbar wurde. Eine szenische Lesung gab einen bewegenden Zugang zum Thema.
Musikalisch wurde die Veranstaltung vom Chor des Wilhelm-Busch-Gymnasiums und dem Bläserensemble des Ratsgymnasiums begleitet.
Seit einer Reihe von Jahren sind es auf Initiative des Vereins ehemalige Synagoge die Jugendliche der weiterführenden Schulen in Stadthagen, die am Internationalen Holocaust-Gedenktag die Erinnerung an den Völkermord des Dritten Reiches gestalten. Sie setzen sich dabei mit den Geschichten der Opfer auseinander. Auch in diesem Jahr brachten sich mit den Berufsbildenden Schulen Stadthagen (BBS), der IGS Schaumburg, der Schule am Schlosspark, des Wilhelm-Busch-Gymnasiums und des Ratsgymnasiums alle weiterführenden Schulen der Stadt unter dem Motto „5 Minuten für 6 Millionen“ ein.
Foto: Peter Meyer