Hier stand neben der umfassenden Information auch das Kennenlernen des deutschen Wirtschaftsalltags in den regionalen Partnerunternehemen der Schule auf dem Programm.
Angesichts von intensiven globalen Wirtschaftsbeziehungen ist der Austausch und das gegenseitige Lernen von großer Bedeutung. Ganz besonders das deutsche Bildungswesen, und hier vor allem das duale Berufsausbildungs- und Fortbildungssystem, gelten in den chinesischen Geschäftsmetropolen nach wie vor als beispielhaft. Um von diesen Errungenschaften zu lernen, wurde die 20-köpfige Dozentengruppe nach Europa entsandt, um sozusagen informative Entwicklungshilfe zu genießen. Welch hohen Stellenwert China dieser Fortbildungsreise zumisst, wird daran deutlich, dass regierungsseitig für den Besuch eine sechsstellige Summe bereitgestellt wurde.
Die zu den niedersächsischen Dr. Blindow-Schulen gehörende Technikerschule Stadthagen ist über eine enge Partnerschaft mit der chinesischen Wirtschaft verbunden und fungierte für eine Woche als Gastgeber.
Dort wurde den zur Besuchergruppe gehörenden vier Schulleitern und sechzehn Fachdozenten vormittäglich ein umfangreiches Unterrichtsprogramm zuteil. Um dem massiven Interesse am Arbeitsalltag hierzulande zu genügen, besuchte man nachmittags deutsche Kooperationspartner der Stadthagener Schule. Haseke-Geschäftsführer Uwe Kunitschke stellte sein Unternehmen in einem Überblicksvortrag vor und geleitete die Gäste persönlich durch den gesamten Produktionsbereich des westfälischen Lift-, Schwenkarm- und Medizintechnik-Spezialisten Haseke in Porta Westfalica. Dort, wo man sich in Projektpartnerschaft mit den Dr. Blindow-Schulen, ebenfalls besonders für die Förderung des technischen Nachwuchses engagiert, wurde den Besuchern aus Fernost der deutsche Berufsalltag aus erster Hand präsentiert. Beim Rundgang durch den Produktionsbereich spürten auch Hasekes Fertigungsmitarbeiter, wie ausgeprägt der Wissensdurst der asiatischen Gäste hinsichtlich der deutschen Industrie und Arbeitswelt ist.
In der anschließenden Gesprächsrunde zeigten sich die Dozenten aus Shanghai nicht nur von den Portaner High-Tech-Produkten beeindruckt. Man vermerkte in der Diskussion auch, dass chinesische Facharbeiter ihre Firmenleitung meist nie zu Gesicht bekommen und war entsprechend begeistert, wie sehr die Chefetagen deutscher Unternehmen auch für die Belegschaft ansprechbar und engagiert sind.
Im Gegenzug bemerkte der Stadthäger Maschinenbau-Dozent Kachani, wie enorm engagiert und diszipliniert sich die chinesischen Lehrer während des gesamten Besuchsprogramms gezeigt haben.
Die Technikerschule Stadthagen/Hannover dürfte mit diesem Projekt in jedem Falle einen weiteren wertvollen Schritt in Richtung Internationalisierung der Dr. Blindow-Schulen und hin zum Ausbau der Partnerschaft mit der chinesischen Wirtschaft erfolgreich vollzogen haben.
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