Die Themen „Wohnen und Stadt- beziehungsweise Dorfentwicklung“ sowie „Wirtschaft und Zukunft“ stehen für die Teilnehmer an der Online-Umfrage „Heimatcheck“ aus Stadthagen an der Spitze der Themenliste, die für sie wichtig für ihre Entscheidung bei der kommenden Kommunalwahl ist. Dies bedeutet keine große Abweichung vom Ergebnis im gesamten Befragungsgebiet.
Bei einer wachsenden Einwohnerschaft in der Kreisstadt verwundert es nicht, dass die Teilnehmer dem Thema Wohnen eine hohe Bedeutung zumessen (nebenstehende Grafik). Die 40 Prozent Nennungen, die das Thema in Stadthagen erreicht, entsprechen allerdings auch exakt dem Wert, den das Thema im Gesamtgebiet erhält. „Wirtschaft und Zukunft“ erreicht im Gesamtgebiet mit 35 Prozent der Nennungen einen etwas niedrigeren Wert als in Stadthagen (40 Prozent). Der Strukturwandel hat die Kreisstadt allerdings in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten auch stärker durchgerüttelt als andere Gegenden des Landkreises.

Sicherheit nicht Spitzenthema

Die Themen „Zusammenhalt und Demokratie“ und „Sicherheit und Alltag“ als ebenfalls hoch bewertete Blöcke spielen auch im Gesamtbefragungsgebiet eine wichtige Rolle. „Zusammenhalt und Demokratie“ erhalten im Gesamtgebiet 33 Prozent Nennungen ebenso wie „Sicherheit und Alltag“, es ergeben sich hier also lediglich geringe Abweichungen vom Ergebnis in Stadthagen. Das Thema Sicherheit wurde in der Kreisstadt in den vergangenen Jahren intensiv diskutiert. Die Teilnehmer im Gesamtbefragungsgebiet weisen diesem Bereich für ihre Wahlentscheidung im Herbst jedoch eine ähnlich hohe Priorität zu.

Luft nach oben beim Pflegeangebot

Etwas überraschen die Ergebnisse im Bereich der Einschätzung der derzeitigen Lage im Themenbereich Gesundheit. Die Befragten im Raum Stadthagen bewerten die Notfall-/ und Krankenhausversorgung mit 42 Prozent als gut erreichbar und zuverlässig. Ein durchaus ordentlicher Wert bundesweit gesehen. Dieser liegt jedoch etwas unter dem Ergebnis im Gesamtbefragungsgebiet Landkreis Schaumburg/Stadt Wunstorf, in dem 47 Prozent erreicht werden. Dies, obwohl das Klinikum samt Notaufnahme in Obernkirchen nur wenige Kilometer entfernt von Stadthagen liegt. Hier wird sich sicherlich auf die Stimmung auswirken, dass die Stadthäger vor der Zentralisierung des Klinikstandortes „ihr Krankenhaus“ noch direkt vor Ort hatten. Auch die Frage „Ich bekomme in der Region zeitnah Termine bei Haus- und Fachärzten“ haben die Umfrageteilnehmer in Stadthagen zu 23 Prozent mit „stimme eher zu“ oder „stimme voll und ganz“ beurteilt. Im Gesamtgebiet liegt dieser Wert bei 30 Prozent.
Bei der Frage, ob genügend Pflegeangebote vorhanden sind, urteilen die Stadthäger vergleichbar kritisch wie die Gesamtregion. Dies gilt auch für die Frage, ob genug gegen den Fachkräftemangel in Gesundheit und Pflege getan wird.

Bürger wünschen mehr Digitalisierung

Die Anbindung an Internet und Mobilfunk bezeichnen die Teilnehmer in Stadthagen mit 60 Prozent als weitgehend zuverlässig. Bei der Frage, inwiefern sich wichtige Behördengänge in der Region einfach digital erledigen lassen, stimmten 17 Prozent der Befragten zu, sehen hier also noch reichlich Luft nach oben. Dies liegt nahe am Gesamtergebnis im Umfragegebiet (20 Prozent). „Verwaltung und Service sind in der Region gut erreichbar und reagieren zügig“ kommt im Gesamtgebiet auf eine Zustimmung von 39 Prozent. Die Stadthäger Teilnehmer am Heimatcheck stimmen hier mit 28 Prozent zu, also doch rund zehn Prozentpunkte weniger. In der Frage der transparenten Kommunikation von Entscheidungen und Vorhaben der Kommune stimmen die Teilnehmer mit 14 Prozent zu, während es im Gesamtgebiet 20 Prozent sind. Auch dies ein Stimmungsbild, das etwas erstaunen darf. Müht sich die Stadtverwaltung doch mit einer Reihe verschiedener Beteiligungsverfahren über die vorgeschriebenen Wege hinaus, die Bürger verstärkt einzubinden.

Landesgartenschau wird positiv gesehen

Ein gewisses Stimmungstief zeichnet sich auch für das Thema Tourismus ab. Während im Gesamtgebiet 58 Prozent der Teilnehmer die Freizeit und Ausflugsangebote in der Region als attraktiv bezeichnen, sind dies in Stadthagen trotz Tropicana, Mausoleum, Museum, mehreren Sportvereinen, Alter Polizei, Kartbahn und Bückeberg vor den Toren lediglich 33 Prozent. Möglicherweise spielt hier noch die Erinnerung an einst vorhandene Angebote wie das Wellenfreibad (in den Textstellungsnahmen erwähnt) oder der Eisbahn eine Rolle.
Beim Ausbau der touristischen Infrastruktur sehen die Teilnehmer in Stadthagen diese zu 41 Prozent gut ausgebaut, im Gesamtgebiet sind es 50 Prozent. 55 Prozent der Teilnehmer in Stadthagen sehen die Landesgartenschau als eine Stärkung der Attraktivität für die Region, dies liegt ziemlich genau auf dem Niveau im Gesamtgebiet (56 Prozent).

Hohes Interesse an der Wahl

70 Prozent der Befragten geben an, wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich an der Kommunalwahl im Herbst teilzunehmen. Hier zeigt sich also ein hohes Interesse, das allerdings im Gesamtgebiet mit rund 77 Prozent noch etwas höher ist.
Das Schaumburger Wochenblatt hatte in Zusammenarbeit mit dem Fachunternehmen „Co Mind“ zum „Heimat-Check 2026“ für den Landkreis Schaumburg und die Stadt Wunstorf aufgerufen. Die Online-Umfrage war diesmal auf die nahende Kommunalwahl ausgerichtet. Wir stellen schrittweise die Ergebnisse für die unterschiedlichen Kommunen vor. Festzuhalten ist, dass dieses Bürgerbarometer zwar keine repräsentative Umfrage ist, jedoch ein wichtiges Stimmungsbild der Einwohner vermittelt.
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