Namentlich ist dabei Uwe Märtens im Spiel, der laut Informationen von Marlies Weigelt hinter ihrem Rücken so agiert hat. Auch weil sie im Verlauf der Jahreshauptversammlung nicht zusammen mit Uwe Märtens für ebenfalls zehnjährige Parteizugehörigkeit aufs Foto wollte und überhaupt von einigen Genossen sehr enttäuscht ist, hat sie vor der Sitzung die „Notbremse” gezogen. „Ich weiß, dass die SPD an sich nicht gegen meine Person, den Verein und das Backhaus ist. Aber einige wenige machen mir seit Jahren das Leben schwer und unterstützen den Verein in keiner Weise, eher das Gegenteil ist der Fall. Das nun aber noch Vereine angesprochen werden, die seit Jahren ihre Sitzungen und Aktionen hier durchführen, ob sie nicht die Eröffnung des Bürgertreffs mitgestalten und anschließend auch gleich als Nutzer dort bleiben möchten, hat meine Gutmütigkeit endgültig aufgebraucht”, erklärt Marlies Weigelt. Sie wiederholt, was sie auch schon mehrfach den Nutzern mitgeteilt hat: „Durch den Bürgertreff Lange Straße 2 ändert sich im Backhaus nichts. Wir machen weiter wie bisher!”
Enttäuscht ist sie über die Vorgehensweise von Märtens. Auch über die Tatsache, dass nach ihrem Kenntnisstand dies in engem Einklang mit CDU-Fraktionschef Erhard Steege passiert sei. Ärgerlich findet sie auch, dass im Zusammenhang mit dem im „Backhaus” durchgeführten Unterricht für die Flüchtlinge auch noch „Bestellungen” bei ihr aufgegeben wurden. Den gewünschten Schrank, die Stifte, das Whiteboard habe der Verein „Backhaus” angeschafft. „Und dann muss ich aus der Zeitung lesen, dass der Sprachunterricht auch in der Langen Straße 2 stattfinden soll”, ärgert sich Marlies Weigelt. Uwe Märtens weist die Vorwürfe mit aller Entschiedenheit zurück. Er sieht gegenwärtig keine Überschneidungen vom Vereinszweck und den Kursleitern im „Backhaus Aktiv e.V.” mit der Ausrichtung des Bürgertreffs Lange Straße 2. In einer Stellungnahme möchte er vielmehr in Erinnerung bringen, dass sich die SPD immer für das „Backhaus” stark gemacht und auch weitere Bedürfnisse des „Backhaus Aktiv e.V.” unterstützt habe. Die von Marlies Weigelt angesprochenen „Abwerbeversuche” habe es nie gegeben, beteuert der SPD-Fraktionschef. Bei einer offenen SPD-Veranstaltung im Oktober, bei dem es um ein Ausloten der Möglichkeiten für den neuen Bürgertreff ging, sei er in Kontakt mit solchen Vereinsvertretern getreten, die bislang noch keinen festen Platz für ihre Treffen haben. Es sei nie darum gegangen, Nutzer aus dem „Backhaus” für den neuen Treffpunkt „abzuwerben”. Versuche seinerseits, im Gespräch die Vorwürfe auszuräumen, seien von Marlies Weigelt abgeblockt worden. „Insofern stehe ich jetzt einem Vorwurf gegenüber, den ich weder aufklären, noch wirklich dementieren noch gegebenenfalls als Fehler erkennen könne. Im letzten Fall hätte ich ja tatsächlich auch die Chance, mich zu entschuldigen”. Für jedermann dürfte erkennbar sein, dass es unmöglich ist, sich gegen einen solchen nicht konkretisierten Vorwurf zu wehren.
Er habe sich in der Vergangenheit persönlich für das „Backhaus” eingesetzt, das Haus selbst genutzt und bei bestimmten Veranstaltungen dadurch sogar „Werbung” für die Einrichtungen betrieben. „Kurz gesagt, ich verstehe Frau Weigelt nicht”, schließt Märtens seine Stellungnahme.