RINTELN (ste). „Chuzpe” ist hebräisch und bedeutet soviel wie „Frechheit, Anmaßung, Dreistigkeit, zielgerichtete, intelligente Unverschämtheit”. Starke Worte, die Matthias Wehrung von der CDU für die Ortsratsvorlage zur Änderung der Bauleitplanung für die neue IGS hatte. Schon einmal hatte der Ortsrat die Planungen des Landkreises Schaumburg zum Schulneubau auf einer Sitzung im Februar verworfen und gefordert, die Parkplätze umzulegen und damit auch die Schulhofsituation zu verbessern und Verkehrsströme zu entzerren. Synergieeffekte bei den Parkplätzen mit der benachbarten Berufsbildenden Schule hatte sich der Ortsrat ebenfalls erhofft. Jetzt, so Wehrung, sei er schon überrascht, mit welcher Ignoranz der Landkreis den Willen des Ortsrates strafe, denn die Pläne hätten sich so gut wie nicht verändert. Und auch Dr. Gert Armin Neuhäuser von der WGS war alles andere als amüsiert: „Mein Gefühl sagt: Die letzte Ortsratssitzung hat gar nicht stattgefunden?!” Er zeigte sich irritiert, dass der Wille des Ortsrates offensichtlich keinen Einfluss auf die Planungen des Landkreises habe. Insbesondere die Verkehrsführung und die Lage von Behindertenparkplätzen seien nicht im Sinne der WGS. Dazu hatte der Landkreis von einem Büro eine verkehrliche Abschätzung erstellen lassen. Darin wurde der Busverkehr und die sogenannten „Elterntaxen” gezählt. Verkehrsströme, die man trennen sollte. Doch wie der Landkreis das alles bewerkstelligen will, wird erst auf der Bauausschusssitzung am 2. Mai vorgestellt. Ohne Kenntnis dieser Details wurde der Tagesordnungspunkt einstimmig im Ortsrat abgesetzt und muss nun neu beraten werden.Foto: ste