RINTELN (ste). Die Anfrage von Matthias Wehrung von der CDU im Rintelner Ortsrat hatte Brisanz. Das „Jakobskreuzkraut”, auch Jakobsgreizkraut genannt, breitet sich an der Landesstraße 435 im Bereich der Burgfeldsweide aus und nach seiner Kenntnis müsse es mindestens 50 Meter entfernt von zu erntenden Feldern bekämpft werden, sonst drohe ein Eintrag in die Ernte und somit in den Lebensmittelkreislauf. Besonders für Tiere ist das Kraut in der Futtersilage bei abgemähten Feldern ein Problem, denn das Gift der Pflanze ist lebergefährlich und kann in größeren Mengen zum Tod der Tiere führen. In einer Mitteilung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen ist eine Ausbreitung des Krautes seit 2004 vermehrt auch im Kreis Minden-Lübbecke zu verzeichnen. Jetzt, so Wehrung, falle ihm dieses Kraut auch auf städtischen Flächen in Rinteln vermehrt auf und er fragte beim Grünflächenamt und dessen Leiter Klaus-Ulrich Hartmann an, wie man das Kraut entfernen könne. „Spritzen”, so Hartmann. Das sei in besonderen Fällen eine Möglichkeit. Ansonsten müsse man das Kraut aufwändig ausgraben, um eine Ausbreitung durch Samen zu verhindern. Pyrrolizidin-Alkaloide heißt das Gift der Pflanze und das kann zu chronischen Lebervergiftungen bei Tieren führen. Wobei die Landwirtschaftskammer NRW feststellte, dass Pferde und Rinder empfindlicher reagieren als Schafe und Ziegen. Die Fachleute fanden heraus, dass die Giftstoffe sich in der Leber langsam anreichern und dann dazu führen, dass es chronische Krankheitsprozesse gibt. Das Jakobskreuzkraut ist ein Körbchenblüher und man kann es an seinen charakteristischen gelben Blüten sowie seiner Rosette mit den tief geschlitzten Blättern am Fuß der Pflanze erkennen. Bei der Bekämpfung der Pflanze empfiehlt die Landwirtschaftskammer NRW mehrere Methoden. Einzelpflanzen am besten mechanisch entfernen, also ausgraben und vernichten. Ansonsten sollte die Aussaht der Samen über die Blüten durch Mahd verhindert werden. Bei stärkerem Befall sei eine herbizide Bekämpfung unumgänglich. Auch Imkern macht ein vermehrtes Auftreten dieser Pflanze zu schaffen. Denn der Honig aus dem Jakobskreuzkraut ist für Menschen giftig und daher nicht für den Verzehr geeignet. Foto: ste