Schaumburger Wochenblatt
  1. Produktionsstätte für das Bauen der Zukunft entsteht

    Ansiedlung von Imti Enterprises im Innovationspark geplant

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    STADTHAGEN/LANDKREIS (bb). Viel spricht dafür, dass sich die Ansiedlung der Imti (Intelligent Modelculture Industries) Enterprises GmbH im Innovationspark Schaumburg zu einem großen Wurf für den Standort Stadthagen entwickelt. Das Start-Up-Unternehmen aus Düsseldorf bietet auf Grundlage eines hochinnovativen Konzeptes neue Lösungen im Bereich der Bauwirtschaft, die auf Grundlage einer holzbasierten Bauweise die Ziele Klimaschutz, rasche Planung und Fertigstellung sowie geringe Kosten zusammenführen. Mit dem Vorhaben ist eine Investition von rund 90 Millionen Euro auf dem ehemaligen Alcatel-Gelände an der Gubener Straße verbunden, wie Sven Rickes, Geschäftsführer von Imti Enterprises und Gesellschafter Ulf Bohne ankündigten. Sven Rickes, gleichzeitig Geschäftsführer des den Innovationsparks Schaumburg betreibenden Unternehmens Compa, hat dem Standort seit dessen Übernahme bereits einen kräftigen Modernisierungsschub verpasst. Mit der geplanten Ansiedlung einer Produktionsstätte von Imti Enterprises, wird diese Entwicklung nun noch einmal deutlich forciert. Zunächst 100, auf längere Sicht 200 bis 300 Arbeitsplätze in einem hoch innovativen Geschäftsfeld, stellte Sven Rickes in Aussicht. Womit beschäftigt sich Imti Enterprises genau? Es geht um den Bau von mehrgeschossigen Wohnbauten und Appartement-Komplexen ebenso wie von Büro- und Verwaltungsgebäuden sowie Tagesstätten und Schulen. Entscheidend ist dabei das "wie" und hier will Imti Antworten auf die drängendsten Probleme im Bausektor geben. Dazu zählt einerseits das Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Bei der Herstellung von herkömmlichen Bau-Materialien wie Stahl und Beton wird viel Energie verbraucht, entsprechend groß ist die Mengen an ausgestoßenem CO2. Imti Enterprises setzt deshalb vor allem auf den Baustoff Holz. Der energetische Aufwand ist weit geringer, zudem wird in Form des Holzes im Gebäude auch CO2 gespeichert und damit für viele Jahrzehnte der Atmosphäre entzogen. Die neuartige Bautechnologie, eine auf künstlicher Intelligenz beruhende Modular-Bauweise, erlaubt es zudem sehr einfach, das Gebäude auch in Gebrauch umzubauen und beispielsweise an geänderte Wünsche und Lebensumstände der Bewohner anzupassen. Gebäudeteile können sozusagen auseinandergenommen, verändert und erweitert sowie wieder zusammengesetzt werden. Nach einem eventuellen Abbau können die einzelnen Elemente für die Montage anderer Gebäude wiederverwendet werden, anderes ist einfach zu recyceln. Das pfiffige Verfahren ermöglicht es so, gigantische Mengen von CO2 zu speichern, so die Vision von Imti Enterprises. Die Modular-Bauweise in Verbindung mit dem intelligenten Planungsverfahren bietet einen weiteren großen Vorteil: Geschwindigkeit. Die gesamte Wertschöpfungskette ist digitalisiert. Von der Planung bis zur Fertigstellung vergehen deshalb nur noch Monate statt Jahre. Trotzdem sind höchst individuelle Lösungen möglich, dank der Vielzahl an Gestaltungsformen, die zur Auswahl stehen. In Zeiten der Wohnungsknappheit wird es so möglich, rasch neuen Wohnraum zu schaffen und zwar lebenswert und in hoher Qualität. Trotz der raschen Herstellung sind die Materialien hochwertig. Der hohe Grad an Automatisierung sorgt dafür, dass Herstellung und Bau sehr kostengünstig erfolgen können. So soll moderner Wohnraum zu erschwinglichen Preisen entstehen. Neben dem Ursprungssitz in Düsseldorf soll in Stadthagen eine Produktionsstätte entstehen, wie Architekt Ulf Bohne und Sven Rickes ankündigten. Rund 30 Millionen Euro sollen in die Vorbereitung der Hallen auf dem Gelände des Innovationsparks fließen. Rund 60 Millionen Euro in den Maschinenpark und weitere technische Ausstattung. Ulf Bohne unterstrich, dass es um einen in höchstem Maße automatisierten Herstellungsprozess gehe. Mit Hilfe eines neuentwickelten KI-Systems werde jede Wohnung vorab digital durchgeplant. Anschließend würden die verschiedenen Segmente gefertigt beziehungsweise deren Montage ausgeführt. Stadthagen könnte also von einer Start-Up-Ansiedlung profitieren, die neben der außergewöhnlichen Investitionssumme auch Arbeitsplätze in einem innovativen, sehr entwicklungsfähigen Wirtschaftsbereich in die Kreisstadt bringt. Foto: privat/archiv bb

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