Die Europameisterschaft in Varese war mit dem zweiten Platz im Medaillenspiegel für den Deutschen Ruderverband eine große Erfolgsgeschichte. Im nicht mehr olympischen Leichtgewichtsbereich waren fünf Bootsklassen zustande gekommen, und drei davon wurden auch durch den DRV besetzt. Alle Athleten kamen vom Akademischen Ruderclub Würzburg. Die „Leichten“ haben sich dezentral auf die EM vorbereitet. Die angehende Physiotherapeutin Johanna Reichardt aus Bückeburg (studiert aktuell in Würzburg) hat sich auf dem heimischen Mittellandkanal vorbereitet und konnte so ihr Praktikum und zwei tägliche Trainingseinheiten absolvieren.

Dadurch, dass sie bis jetzt nicht international auf die anderen Nationen getroffen ist, war es bei den Einern sehr gut, dass es Vorläufe gab. Eine Qualifikation für das A-Finale glückte trotz ungewohntem Seitenwind. Am Finaltag musste die Regatta wegen einer Gewitterwarnung über zwei Stunden unterbrochen werden und die Rennen wurden anschließend in verkürztem Abstand gestartet. Davon ließ sich die Bückeburgerin aber nicht irritieren und versuchte durch einen schnellen Start an den Favoritinnen dran zu bleiben. Im Rennen attackierte sie immer wieder die neben ihr rudernde Niederländerin, konnte aber nie wirklich an ihr vorbei kommen. Am Ende wurde es in einem guten und schnellen Rennen mit 7: 43,58 Minuten über 2000 Meter ein fünfter Platz. Die Medaillen gingen an Mariia Zhovner als AIN (Individuelle neutrale Athleten), Tosca Kettler aus den Niederlanden und Gavriela Liolio aus Griechenland.

„Es ist schön, dass wir bei der Europameisterschaft Zweiter der Gesamtwertung geworden sind”, zieht Robert als Sportvorstand des Deutschen Ruderverbands als Fazit. „Das heißt, die Richtung stimmt. Wir tun uns aber einen Gefallen, dass wir das Abschneiden nicht überbewerten. Jeder, egal, ob er gewonnen hat oder nicht, muss an den nächsten Schritten feilen. Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen.“