Eigentlich, so Oskar Urban, habe er den Antrag auf Ausstellung einer Ehrenamtskarte aus einer Laune im Informatikunterricht gestellt. Nachdem er die „Juleica“ (Jugendleiter-Card) absolviert habe, kam er im Unterricht auf die Idee der Antragstellung. „Und dann ging alles ganz schnell“, so Oskar beim Pressetermin im altehrwürdigen Rathaussaal mit Bürgermeisterin. Über den Freiwilligenserver des Landes Niedersachsen konnte er digital den Antrag stellen, sein Verein, die Rintelner DLRG, erhielt einen Prüfauftrag, ob Oskar auch tatsächlich ehrenamtlich tätig ist. Dann ging der Antrag nach Bestätigung an die Stadt Rinteln, wo nochmals geprüft wurde. Auch hier gab es keine Beanstandungen und Oskar wurde gefragt, ob er die Ehrenamtskarte per Post zugeschickt haben wollte, oder offiziell verliehen von der Bürgermeisterin der Stadt Rinteln: „Wenn ich schon mal die Chance habe, die Karte aus den Händen der Bürgermeisterin im Ratssaal zu erhalten, dann nutze ich die auch“, so Oskar selbstbewusst. Die Niedersächsische Staatskanzlei druckte also die Karte, schickte sie an die Stadt Rinteln und die terminierte die Übergabe an den Ehrenamtlichen. „Du stärkst mit Deiner ehrenamtlichen Tätigkeit das Gemeinwohl, hast mit anderen zusammen hunderten von Kindern die Angst vor dem Wasser genommen und bist beim Schwimmkurs aktiv“, würdigte Lange seine Tätigkeit. Mit der Ehrenamtskarte gibt es nun zahlreiche Vergünstigungen für den Inhaber: „In einigen Bürgerbüros kann ich jetzt kostenlos kopieren und auch in Jugendherbergen habe ich jetzt Vorteile“, freute sich Oskar über die Auszeichnung. Für Andrea Lange war es die erste Ehrenamtskarte, die sie an eine Person unter 18 Jahren aushändigen konnte. Dabei ist die Beantragung einer solchen Karte kein Hexenwerk. Einfach auf www.freiwilligenserver.de gehen, Antrag stellen, schon geht der Prozess los. Voraussetzung ist allerdings, dass man tatsächlich ehrenamtlich unterwegs ist.