Mit Verkehrsschildern, Warnsignalen und verbesserter Beleuchtung soll eine aus Sicht vieler Bürger kritische Stelle der Landesstraße 370 etwas entschärft werden. Im Oktober war hier ein siebenjähriger Junge bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt worden, dem Antrag der Stadt auf Einrichtung einer Tempo-30-Zone ist das Land bisher nicht nachgekommen.
Der Sachsenhäger Bürgermeister Ralf Hantke informierte per Pressemeldung über den Sachstand zum Thema, der viele Bürger bewegt. Am 30. Oktober hatte eine Autofahrerin den Jungen beim Wechseln der Straßenseite in Höhe der im Kurvenbereich befindlichen Querungshilfe angefahren. Der Siebenjährige wurde dabei schwer verletzt.
„Die Örtlichkeit ist bei den Einwohnerinnen und Einwohnern schon lange als verkehrstechnisch `nicht so sichere Stelle` bekannt“, wie Hantke erklärte. Gründe dafür seien das hohe Verkehrsaufkommen, die Querungshilfe im Kurvenbereich, Schulweg, Linksabbiegerverkehr, Spielplatz, Bushaltestelle und die Ausfahrt des Penny-Marktes im Nahbereich.
Bürgermeister Hantke nahm den Unfall noch einmal zum Anlass, um die Situation mit den entscheidenden Stellen (Verkehrsbehörde Landkreis Schaumburg, Polizeiinspektion, Straßenmeisterei, Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr) zu besprechen. Gemeinsam mit Stadtdirektor Frank Behrens trug er die Probleme und Lösungsmöglichkeiten im Rahmen einer Verkehrsbesprechung beim Landkreis Schaumburg vor. Der Rat der Stadt Sachsenhagen beschloss in einer Sitzung einstimmig einen Antrag auf Verbesserung der verkehrlichen Situation. Dazu sollte unter anderem die Einrichtung eines 30 km/h-Bereichs beitragen. Eine Mutter organisierte eine Unterschriftensammlung, fast 1400 Personen trugen sich ein. Die Liste übergab der Bürgermeister im Rahmen einer Vor-Ort-Besichtigung an die Verkehrsbehörde des Landkreises Schaumburg.
„Trotz aller aus Sicht der Stadt Sachsenhagen vorgebrachten Argumente wurde entschieden, dass lediglich zwei weitere Verkehrsschilder („Gefahrenzeichen Kurve“ und „Achtung Kinder“) aufgestellt werden sollen“, wie Hantke in der Meldung berichtete. Die Stadt Sachsenhagen werde auf ihre Kosten zwei Warnfiguren kaufen, um die Aufmerksamkeit in dem betroffenen Bereich zu erhöhen. Weiterhin werde sie für eine hellere Beleuchtung über der Querungshilfe sorgen. Als letzte Möglichkeit bleibe der Stadt dann nur noch die Aufstellung eines Geschwindigkeitsdisplays.
Abschließend stellte Bürgermeister Ralf Hantke die schwierige Gesamtsituation in einem persönlichen Gespräch Verkehrsminister Grant-Henrik Tonne vor. „Der Minister sagte zumindest eine wohlwollende inhaltliche Prüfung der Möglichkeiten durch das Ministerium zu. Die Antwort steht noch aus“, so Hantke.
Eigentlich habe das Gespräch mit Minister Tonne im niedersächsischen Landtag den Hintergrund des schon sehr lange schlechten Zustands der Bergtrift und des Sinkenbrinks betroffen. Hier habe der Verkehrsminister die Erneuerung der Bergtrift im Jahr 2027 zugesagt. Zum Sinkenbrink habe der Minister keine konkrete Zusage gegeben.
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