Die Orgel in der St. Godehardi-Kirche Bad Nenndorf wird in diesem Jahr 200 Jahre alt. Dieses besondere Ereignis feiert die Kirchengemeinde mit einer Konzertreihe mit sechs verschiedenen Sonntags-Konzerten an dieser Orgel, von April bis September 2026.
Den Auftakt stellt das Konzert am 12. April, 17 Uhr dar. Es wird gestaltet vom Schaumburger Oratorienchor sowie von Regina Ackmann, Obernkirchen, und Daniel Brinkmann, Rinteln, an der Orgel.
Die weiteren Konzerte finden am 10. Mai, 17 Uhr, mit Professor Matthias Neumann, Detmold, Orgel, und Paul Pfeifer, Lübeck, Trompete statt. Professor Matthias Neumann lässt auch am 28. Juni, 17 Uhr, die Orgel in vollem Umfang erklingen. Für das Konzert am 19. Juli ist Wolfgang Kraus aus Furth im Wald der Organist. Weitere Konzerte sind am 2. August, 17 Uhr, mit Regina Ackermann an der Orgel, sowie am 27. September, 17 Uhr, mit Christian Richter, Stadthagen, Orgel, und Paula Richter, Marburg, Fagott.
Die Orgel der ev.-luth. St. Godehardi-Kirche in Bad Nenndorf wurde ursprünglich im Jahr 1826 von Johann Dietrich Kuhlmann aus Gottsbüren, Hessen, erbaut, weiß Orgelbauer Jörg Bente aus Helsinghausen zu berichten. Vermutlich handelte es sich um ein einmanualiges Instrument für die damalige Vorgängerkirche.
Als die alte Kirche im Jahr 1847 wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste, war die Orgel bereits einige Jahre zuvor ausgebaut und eingelagert worden. Mit der Fertigstellung des neuen Kirchengebäudes im Jahr 1853 konnte das Instrument schließlich wieder aufgestellt und in Dienst genommen werden.
Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurde die Orgel mehrfach umgebaut und verändert. Ein besonders einschneidender technischer Eingriff erfolgte 1932, als das Instrument von der Werkstatt Faber & Söhne aus Salzhemmendorf grundlegend umgebaut wurde.
In den 1960er-Jahren galt die Orgel schließlich nicht mehr als betriebssicher, was vermutlich auf die in den 1930er-Jahren eingebaute pneumatische Traktur zurückzuführen war. Daher wurde die Orgel nach der umfassenden Kirchenrenovierung von 1973 in zwei Bauabschnitten (1974 und 1977) von der Firma Hillebrand weitgehend neu erbaut.
Trotz der zahlreichen Umbauten sind von dem ursprünglichen Instrument noch einige Teile erhalten geblieben. Neben dem -veränderten- Orgelgehäuse existieren bis heute drei Kegelbälge im Turmraum sowie etwa 300 sehr schön klingende Holzpfeifen aus früherer Zeit.
Die den Prospekt bis heute schmückenden „Schnitzereien“ stammen nicht aus der Bauzeit von 1826, sondern sind gegossen worden und erst in späterer Zeit hinzugefügt.