Leuchtturm | Schaumburger Wochenblatt

20.07.2026 14:35

Leuchtturm

Die Landkreis Verwaltung (Foto: nd)
Die Landkreis Verwaltung (Foto: nd)
Die Landkreis Verwaltung (Foto: nd)
Die Landkreis Verwaltung (Foto: nd)
Die Landkreis Verwaltung (Foto: nd)

Was passiert, wenn die Hitze in den eigenen vier Wänden unerträglich wird, der Strom ausfällt oder Unwetter wie Hagel und Hochwasser drohen oder für Schäden gesorgt haben? Für solche Notlagen sollen sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme künftig als Anlaufstellen dienen und insbesondere schutzbedürftigen Menschen Orientierung und Hilfe bieten. Doch wie weit ist der Ausbau dieser Schutzpunkte im Landkreis Schaumburg tatsächlich?

Der Ausbau sogenannter Katastrophenschutz-Leuchttürme im Landkreis Schaumburg schreitet voran – befindet sich jedoch vielerorts noch in der Umsetzung. Wie der Landkreis auf Anfrage mitteilt, hat der Kreisausschuss bereits im September 2024 eine umfassende Förderrichtlinie beschlossen, um die Kommunen beim Aufbau krisenfester Strukturen zu unterstützen.

„Aus diesem Programm wird der Aufbau von maximal 18 Katastrophenschutz-Leuchttürmen […] finanziell gefördert“, heißt es aus der Kreisverwaltung. Je nach Einwohnerzahl können pro Kommune bis zu zwei dieser Anlaufstellen entstehen. Neben Zuschüssen von bis zu 10.000 Euro werden auch mobile Sirenen sowie Satellitentelefone bereitgestellt, zudem übernimmt der Landkreis Schulungen für das eingesetzte Personal.

Vor Ort laufen derzeit die konkreten Vorbereitungen. Technische und bauliche Maßnahmen wie Notstromlösungen, Netztrennungen oder die Installation von Aggregaten befinden sich laut Landkreis „in der aktiven Umsetzung und Vorbereitung“. Parallel dazu entsteht ein zweites Netz an Anlaufstellen: Viele Städte und Gemeinden planen zusätzlich sogenannte Notinformationspunkte. Diese sollen im Ernstfall eine noch dichtere Versorgung sicherstellen und als niedrigschwellige Anlaufstellen in den Ortsteilen dienen.

Eine vollständige Übersicht über alle Standorte gibt es bislang jedoch nicht. Die Erhebung der Daten sei noch im Gange, da Auswahl und Ausstattung der Gebäude in der Verantwortung der Kommunen liegen. „Ein Teil der potenziellen Standorte wurde bereits gemeldet; das Gesamtbild wird sukzessive vervollständigt“, so der Landkreis. Erst nach Abschluss der Arbeiten soll eine offizielle Übersichtskarte veröffentlicht werden. Bis dahin bleiben die örtlichen Ordnungsämter die wichtigste Informationsquelle für Bürgerinnen und Bürger.

Auch die Frage nach der Bekanntmachung der Anlaufstellen beantwortet der Landkreis indirekt: Da Betrieb und Datenhoheit bei den Kommunen liegen, erfolgt die Information bislang dezentral. Eine aktive, kreisweite Bewerbung der Standorte steht offenbar noch aus.

Im Zusammenhang mit der aktuellen Hitzewelle rückt zudem die Frage nach kühlen Aufenthaltsorten in den Fokus. Die geplanten Katastrophenschutz-Leuchttürme sind hierfür allerdings nicht vorgesehen. „In der Konzeptionierung […] sind für die Leuchttürme keinerlei Kühlmöglichkeiten vorgesehen“, teilt der Landkreis mit. Gleichwohl könnten Kommunen freiwillig entsprechende Lösungen einplanen.

Eigene, offiziell ausgewiesene „Hitzeschutzräume“ betreibt der Landkreis derzeit nicht. Allerdings werde das Thema zunehmend wichtiger: Die zuständigen Stellen arbeiteten „an einer Hitzeplanung, um die Bevölkerung künftig gezielter vor den Auswirkungen extremer Hitze zu schützen“.

Damit bleibt festzuhalten: Während der strukturelle Ausbau des Katastrophenschutzes voranschreitet, sind konkrete Anlaufstellen für den Ernstfall vielerorts noch im Aufbau – und für die Bevölkerung bislang nur eingeschränkt sichtbar.


Nadine Dressler
Nadine Dressler
Redakteurin Schaumburger Wochenblatt.

Nadine Dressler ist seit Anfang 2024 als Redakteurin beim Schaumburger Wochenblatt tätig. Sie betreut schwerpunktmäßig die redaktionellen Belange der Bereiche Bückeburg, Obernkirchen, Auetal und Bad Eilsen. Vereine und Initiativen können können ihre Pressemitteilungen gern direkt an n.dressler@schaumburger-wochenblatt.de senden.
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