Es ist ein großer Tag für die Grundschule am Kammweg: Am Dienstag wurde offiziell der Spatenstich für den umfangreichen Umbau und die Erweiterung der Schule gesetzt. Das Projekt, das die Schule fit für die Zukunft machen soll, wird in zwei Bauphasen realisiert und erst Anfang 2029 vollständig abgeschlossen sein. Während der Arbeiten bleibt die Schule im Betrieb – eine logistische Herausforderung für alle Beteiligten.
Bau startet im Spätsommer
Die erste Phase des Projekts umfasst die Errichtung eines neuen Baukörpers südlich des bestehenden Gebäudes sowie den Umbau und die Erweiterung des zweigeschossigen Bestandsbaus im Obergeschoss. Die geplante Fertigstellung ist für den Spätherbst 2027 avisiert. In der zweiten Phase folgen dann der Umbau des eingeschossigen Bestandsgebäudes sowie die energetische und technische Sanierung dieses Bereichs. Diese Arbeiten sollen Anfang 2029 abgeschlossen sein.
Bereits in den kommenden Ferien wird neben der Sporthalle ein weiterer Klassencontainer errichtet, um die räumliche Enge während der Bauzeit abzufedern. Der dritte Jahrgang wird für die Dauer der ersten Bauphase in die Integrierte Gesamtschule (IGS) umziehen. Weitere Klassen werden in Containern auf dem Schulgelände untergebracht. Zusätzlich werden sämtliche Möglichkeiten innerhalb des bestehenden Gebäudes genutzt: Der Musikraum dient als Klassenraum, und in der Aula werden Bereiche für die Betreuung eingerichtet.
Warum der Umbau notwendig ist
Hinter dem Bauprojekt stehen mehrere Gründe. Zum einen erfordert der ab dem 1. August 2026 schrittweise geltende bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder zusätzliche Räumlichkeiten. Zum anderen sind umfangreiche Sanierungs- und Renovierungsarbeiten, der Austausch technischer Anlagen sowie die energetische Sanierung von Fenstern und Wänden dringend erforderlich, um die Schule zukunftsfähig aufzustellen.
Aktuell sind 344 Kinder an der Grundschule Obernkirchen angemeldet, davon besuchen 204 Kinder den Ganztag. Mittelfristig wird mit durchschnittlich 300 Kindern im Ganztagsbereich gerechnet. Die Organisation ist bereits jetzt eine große Herausforderung: Neben einer Containeranlage mit zwei Räumen auf dem Sportplatz (zusammen 50 Plätze) werden Klassenräume, die Aula, der Werkraum, die Schulbücherei und der Bühnennebenraum genutzt. Die Essensausgabe findet im provisorisch umgebauten ehemaligen Hausmeisterhaus in mehreren zeitversetzten Gruppen statt. Dieses Gebäude soll künftig dem nebenanliegenden Kindergarten zur Verfügung stehen, der ebenfalls dringend zusätzliche Räume benötigt.
Neues pädagogisches Konzept setzt sich fort
Die Schule wurde ursprünglich als Cluster-Schule konzipiert: Jeweils vier Klassenräume pro Jahrgangsstufe gruppieren sich mit Sanitäranlagen um eine Mitte mit Garderoben. Dieses pädagogische Konzept setzt sich in der Umbauplanung fort. Jedes zukünftige Cluster umfasst neben den Unterrichtsräumen einen separaten Betreuungsraum sowie Differenzierungsräume. Die offenen Bereiche dienen sowohl dem Unterricht als auch dem Ganztagsbereich.
Geplant ist eine zweigeschossige Erweiterung des Baukörpers im südwestlichen Bereich der Grundschule, um das Clusterkonzept auch in der erforderlichen größeren Ausdehnung räumlich darstellen zu können. Nordöstlich der Schule entsteht im Bestandsgebäude eine neue Mensa mit Ausgabeküche, die 150 Kindern Platz bietet. Damit wird eine Essensausgabe für 300 Ganztagskinder in der Mittagszeit in nur zwei Zeitfenstern ermöglicht. Gleichzeitig dient die Mensa als Erweiterung der Aula und bietet Platz für die gesamte Schulgemeinschaft.
Der Verwaltungstrakt, der sich derzeit im Bestand an dieser Stelle befindet, wird nach dem Umbau ins erste Obergeschoss des Neubautrakts verlegt und kann dort in größerer Ausdehnung erstmals auch den Mitarbeitenden des Ganztagsbereichs Platz bieten. Eine zentral gelegene neue Aufzugsanlage sorgt nach Abschluss der Baumaßnahme für einen barrierefreien Zugang zum Obergeschoss für alle Nutzerinnen und Nutzer der Schule.
Kosten und Zeitplan
Die Baukosten belaufen sich nach aktuellem Stand der Kostenberechnung auf rund 17,94 Millionen Euro. Der Bauantrag wurde im November 2025 eingereicht und am 7. Juli 2026 genehmigt.
Die Planungen für das Projekt begannen bereits 2023 mit einer Machbarkeitsstudie im August desselben Jahres. Nach der Planerausschreibung zwischen Dezember 2023 und August 2024 wurde der Generalplanerauftrag an die Bietergemeinschaft aus architekturstudio pm und RSK-Architekten aus Minden vergeben.
Für die gesamte Schulgemeinschaft bedeutet das Bauprojekt Einschränkungen in vielerlei Hinsicht – über einen recht langen Zeitraum. Viel Verständnis und Fokussierung auf das Ergebnis sind von allen Beteiligten gefragt.