Das deutsch-russische Verhältnis ist spätestens seit Putins Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 weitgehend zerrüttet, zudem ist Europas Sicherheit angesichts zahlreicher aggressiver russischer Absichtserklärungen und Trumps unberechenbarer Außenpolitik in nie gekanntem Maße bedroht. Die Aufrüstungspläne vieler europäischer Staaten belegen dies eindeutig. Die jüngsten russischen Formen hybrider Kriegsführung (zum Beispiel der Drohneneinsatz) markieren dabei eine neue Stufe des beiderseitigen Spannungsverhältnisses. In Bezug auf den sog. “Epocheneinschnitt” von 2022 (Bundeskanzler Scholz) gilt es zu beachten, dass dieser Krieg von Geheimdiensten präzise vorausgesagt worden war, was aber zumindest öffentlich in der westlichen politischen Öffentlichkeit damals wenig Beachtung fand. Stattdessen herrschte ein Gefühl der Überraschung und Überrumpelung vor. Der aus Schaumburg stammende Investigativjournalist Georg Mascolo und seine Partnerin Katja Gloger haben im vergangenen Jahr ein Buch veröffentlicht, in dem sie die Früchte ihrer ausführlichen Recherchen zusammentragen, um eine Geschichte über die wahren Hintergründe des jüngeren deutsch-russischen Verhältnisses und die regierungsoffizielle deutsche Russlandpolitik zu präsentieren. Ihr gemeinsames Buch mit dem Titel “Das Versagen. Eine investigative Geschichte der deutschen Russlandpolitik” entwickelte sich 2025 schnell zu einem Bestseller und gilt bereits jetzt als Schlüsselwerk für ein Verständnis unserer gefährlichen Gegenwart.
Die Osteuropahistorikerin Katja Gloger arbeitet seit über 30 Jahren zu Rußland und internationaler Sicherheitspolitik. Dabei berichtete sie viele Jahre für den “Stern” aus Moskau und Washington und interviewte dabei mehrfach unter anderem Gorbatschow und Putin. Georg Mascolo, gebürtig aus Obernkirchen, gehört seit Längerem zu den führenden investigativen Journalisten des Landes. Der Bestseller-Autor war Spiegel-Chefredakteur und leitete die Recherchekooperation von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung. Seine Reportage über den Fall der Berliner Mauer wurde von der Unesco ins Weltdokumentenerbe aufgenommen. Auf Einladung von der GEW Schaumburg, der IG Metall und dem Verein Ehemalige Synagoge Stadthagen wird sich das Journalistenpaar am Mittwoch, dem 28. Oktober um 19.30 Uhr in der Alten Polizei dem Gespräch stellen über ihr Buch und dessen wichtige Aufklärung über die deutsche Russlandpolitik. Dabei dürften sicherlich neben besonders aufschlussreichen Passagen aus dem Buch selbst auch dort unerwähnt bleibende Informationen und Anekdoten zur Sprache kommen. Karten für die Veranstaltung gibt es ab sofort in der Alten Polizei Stadthagen.