Zahlreiche Gäste versammelten sich im Gemeindehaus der Evangelischen Kirche in Meinsen zum Neujahrsempfang der Reservistenkameradschaft Meinsen/Warber/Rusbend. Dies lag nicht zuletzt am Referenten Brigadegeneral Ullrich Spannuth, der als gebürtiger Rusbender praktisch ein Heimspiel hatte. Vorsitzender Oberbootsmann d.R. Olaf Rietenberg konnte unter den Gästen auch Schaumburgs stellvertretenden Landrat Horst Schwarze und Ortsbürgermeister Andreas Paul Schöniger begrüßen.
Verteidigung im Fokus
Brigadegeneral Spannuth, derzeit Chef des Stabes des Multinationalen Korps Nordost in Stettin, erläuterte die Aufgaben seines Kommandos. Der Verantwortungsbereich umfasst die drei baltischen Staaten und Nordostpolen. Ziel ist es, Russland abzuschrecken und im Ernstfall das NATO-Territorium zu verteidigen. Das Korps kann im Ernstfall über 100.000 Soldaten führen. 21 NATO-Nationen beteiligen sich am Hauptquartier in Stettin. Die Bundeswehr baut zudem eine Brigade in Litauen auf, während andere NATO-Staaten wie Großbritannien, Kanada, Dänemark und die USA in den baltischen Staaten und Polen präsent sind. Spannuth betonte, dass es keine Anzeichen für ein nachlassendes Engagement der USA gebe. Seit 2023 existiert eine konkrete Verteidigungsplanung der NATO, die durch permanente Übungen untermauert wird, um Russland die Stärke des Widerstands zu demonstrieren.
Die Bedrohung ist real: Gesamtverteidigung als Schlüssel
Spannuth warnte vor der realen Bedrohung durch Russland, das trotz des Krieges in der Ukraine seine Truppenstärke ausbaut. Der Westen müsse mit verstärkten, kriegstüchtigen Kräften reagieren, um den „Sieg im Gefecht“ zu sichern. Dabei dürfe keine Option, auch nicht die nukleare Verteidigung, ausgeschlossen werden. Auf ziviler Seite sei die staatliche Gesamtverteidigung entscheidend, um die Anforderungen des „Operationsplanes Deutschland“ zu bewältigen. Deutschland fungiere als Drehscheibe für die Verlegung und Versorgung von Truppen und müsse die Versorgung von bis zu 1000 Verwundeten pro Tag sicherstellen. Spannuths eindringliches Statement lautete: „Verteidigung sind wir alle“, in Anlehnung an das schwedische Gesamtverteidigungskonzept: „Wir werden niemals kapitulieren.“
Ehrungen für langjährige Mitglieder
Im Rahmen des Empfangs wurden auch langjährige Mitglieder des Reservistenverbandes geehrt. Marco Bruckmann erhielt eine Urkunde für 35 Jahre Mitgliedschaft, Michael Wilke für 25 Jahre. Die Auszeichnungen überreichte der Kreisvorsitzende Erich Wittrock.