Mit Thorsten Gröger begrüßte der Vorsitzende der Stadthäger SPD, MdL Jan-Philipp Beck, einen „alten Bekannten“ in Stadthagen als Hauptredner beim alljährlichen Neujahrsempfang im Ratskeller. Bevor Gröger am 1.Januar 2017 zum Vorsitzenden der IG Metall (IGM) des Bezirks Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ernannt wurde, arbeitete er seit 2010 als Geschäftsführer der IGM Nienburg-Stadthagen. Bereits ab 1987 fungierte der engagierte Gewerkschafter als IGM-Vertrauensmann beim damaligen Autoteile-Zulieferer Faurecia in der Kreisstadt.

Monatlich 10.000 Industriearbeitsplätze weniger

In seiner Rede zum oben genannten Thema stellte er dar, dass im Zusammenhang mit der Deindustrialisierung in Deutschland jeden Monat etwa 10.000 Arbeitsplätze in der Industrie verlogen gehen. „Das hat Folgen“, schilderte er. Einschnitte in der Lebensplanung und für ganze Familien seinen damit verbunden. Mit dem Vertrauensverlust in die Politik und die Sicherheit der Arbeitsplätze beginnt die Demokratie zu bröckeln, ist sich der IGM-Bezirksleiter sicher. Mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, sieht er die Gefahr der Erstarkung der AFD dadurch, dass sich die Menschen abgehängt fühlen. Mitbestimmung in den Betrieben bedeute auch, Konflikte demokratisch zu lösen, lautete sein Kredo. Mitbestimmung sei kein Bremsklotz, sondern ein Stabilitätsfaktor. Als Ziele nannte er: Planungssicherheit, öffentliche Förderung nur für Unternehmen, die sich „ordentlich benehmen“, keinen Abbau im Sozialstaat, mehr Gerechtigkeit als Herkules-Aufgabe der Gesellschaft sowie eine größere finanzielle Beteiligung der reichsten Menschen in Deutschland.

Motivation durch Jan-Philipp Beck

„Zuversicht, Mut und Aufbruchstimmung“, forderte zuvor Jan-Philipp Beck von der SPD und seinen Zuhörern. Der Rückblick auf das vergangene Jahr habe jede Menge abverlangt. Neben den Krisenherden in der Welt, hatten auch Insolvenzen in Stadthagen die Bevölkerung aufgerüttelt. Mut schöpfen sollen die Menschen aus dem Ehrenamt und dem sozialen Zusammenhalt. „Das macht uns stark!“ Mit Lennart Conrad gehe die SPD mit einem jungen neuen Kandidaten in den Wahlkampf – ihm wünschte Beck viel Erfolg!

Junger Kandidat zur Bürgermeisterwahl

Conrad nutzte die Gelegenheit und forderte in seiner kurzen Rede gute und gut bezahlte Arbeitsplätze in Stadthagen. Starke Arbeitnehmerrechte seien kein Widerspruch zum Wirtschaftswachstum verwies er auf den Beitrag von Thorsten Gröger. Demokratie sei kein Selbstläufer, stellte Conrad mit Blick auf die Demonstrationen an der Bergkette sowie das Bündnis für Demokratie fest. Dafür erhielt er anhaltenden Applaus. In einer bewegenden Laudatio kündigte am Ende des offiziellen Teils die stellvertretende Bürgermeisterin von Stadthagen, Ulrike Koller, den diesjährigen Empfänger der „Renaissance-Nadel“ für langjähriges ehrenamtliches Engagement an.

22. Empfänger der „Renaissance-Nadel

Als 22. Empfänger der Auszeichnung, bat Koller Andreas Kraus nach vorn. Kraus, pensionierter Lehrer für Philosophie und Politik, engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in der außerschulischen Bildungsarbeit, beim Studienseminar und in vielen Besuchen in Polen – 2010 wurde er für die deutsch/polnische Verständigung ausgezeichnet- und nach Israel. Ulrike Koller stellte auch sein starkes Wirken für den Verein der ehemaligen Synagoge in Stadthagen dar. Mit einem Wein- und Blumenpräsent verbunden, dankte Koller dem frischen Träger der Renaissance-Nadel für seinen „unermüdlichen und unbezahlbaren Einsatz für Demokratie und Völkerverständigung“! Begleitet wurde die Veranstaltung durch Musik der Familie Kovacs aus Bad Nenndorf sowie einer Premiere von Dietmar Post mit dem von Volkmar Heuer-Stratmann geschriebenen Song: „Lass mal Demokratie machen!“