Wärmewende in Rinteln | Schaumburger Wochenblatt

Wärmewende in Rinteln

„Eigentlich müssten wir uns als Versorger freuen, viel Gas zu verkaufen. Doch auf lange Sicht funktioniert das nicht mehr“, so Ulrich Karl, Geschäftsführer Stadtwerke Rinteln. (Foto: ste)
„Eigentlich müssten wir uns als Versorger freuen, viel Gas zu verkaufen. Doch auf lange Sicht funktioniert das nicht mehr“, so Ulrich Karl, Geschäftsführer Stadtwerke Rinteln. (Foto: ste)
„Eigentlich müssten wir uns als Versorger freuen, viel Gas zu verkaufen. Doch auf lange Sicht funktioniert das nicht mehr“, so Ulrich Karl, Geschäftsführer Stadtwerke Rinteln. (Foto: ste)
„Eigentlich müssten wir uns als Versorger freuen, viel Gas zu verkaufen. Doch auf lange Sicht funktioniert das nicht mehr“, so Ulrich Karl, Geschäftsführer Stadtwerke Rinteln. (Foto: ste)
„Eigentlich müssten wir uns als Versorger freuen, viel Gas zu verkaufen. Doch auf lange Sicht funktioniert das nicht mehr“, so Ulrich Karl, Geschäftsführer Stadtwerke Rinteln. (Foto: ste)

Hohe Energiepreise und die Debatte um das so viel verspottete „Habecksche Heizungsgesetz“ sorgen in der Bevölkerung für Verunsicherung. Die Stadtwerke Rinteln und ihr Kooperationspartner „enercity“ schafften nun Klarheit: Im Gymnasium Ernestinum stellten sie die Kommunale Wärmeplanung (KWP) vor – den strategischen Wegweiser zur Klimaneutralität bis 2040.

Strategie statt Stückwerk: Was ist die KWP?

Stadtwerke-Chef Ulrich Karl betonte vorab: „Die KWP ist kein Kochrezept für Wärme.“ Sie biete Orientierung, lasse den Bürgern aber die finale Entscheidung über die Technik im eigenen Keller. Die KWP ist ein „Puzzle“ für das Stadtgebiet. Ziel ist es, für jedes Quartier die effizienteste Lösung zu finden – ob Fernwärme, industrielle Abwärme oder dezentrale Systeme wie Wärmepumpen. In Rinteln zeigt die Analyse: Rund zwei Drittel der Heizungen müssen in den nächsten zehn Jahren altersbedingt ersetzt werden.

Potenziale vor der Haustür

Dominique Diederich (enercity) lieferte beeindruckende Zahlen: Der Energiebedarf aller Gebäude in Rinteln liegt bei rund 400 Gigawattstunden. Rein theoretisch könnten allein das Wärmepotenzial der Weser oder Photovoltaik-Anlagen diesen Bedarf decken. Klar ist jedoch: Wer weiterhin auf Öl und Gas setzt, muss laut Energieagentur Schaumburg künftig mit massiven Mehrkosten rechnen.

Der nächste Schritt

Die Stadtwerke reagieren auf diesen Wandel: Ab Sommer 2026 soll ein neues Portfolio, unter anderem mit Fokus auf Wärmepumpen, für alle Bürger verfügbar sein. Die nächsten Schritte für Bürger: Der Entwurf der Wärmeplanung liegt ab sofort öffentlich aus. Bürger können den Bericht einsehen und Feedback geben: Vor Ort: Baudezernat (Klosterstraße 20) oder Kundencenter der Stadtwerke (Bahnhofsweg 6). Online: Auf den Webseiten der Stadt Rinteln und der Stadtwerke. Kontakt: Anregungen per E-Mail an kwp@stadtwerke-rinteln.de.

Was bedeutet das konkret?

Aktuell besteht kein unmittelbarer Handlungszwang. Sobald der Plan final verabschiedet ist, dient er als verbindliche Entscheidungshilfe: Hauseigentümer wissen dann genau, ob ihre Straße an ein Wärmenetz angeschlossen wird oder ob sie auf individuelle Lösungen setzen sollten.


„Die KWP ist kein Kochrezept für Wärme.“

Stadtwerke-Chef Ulrich Karl


Sonja und Stephan Weichert
Sonja und Stephan Weichert
Freie Journalisten
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