Im August wird es auf der Bahnstrecke durch Schaumburg ungewohnt still. Wer am Bahnhof Bückeburg auf den Zug nach Hannover wartet, wird vergeblich auf einfahrende Regional- oder Fernzüge blicken. Grund ist eine umfassende Sperrung der Strecke zwischen Minden und Wunstorf, die den Bahnverkehr für mehrere Wochen vollständig lahmlegt.
Betroffen sind zwei Zeiträume: vom 7. bis 20. August sowie noch einmal vom 30. August bis zum 1. September. In dieser Zeit fahren keine Züge über die wichtige Verbindung – mit spürbaren Folgen für Pendler, Reisende und Urlauber aus der Region.
Hintergrund der Sperrung sind umfangreiche Bauarbeiten entlang der Strecke. Nach Angaben der Deutschen Bahn werden unter anderem eine Eisenbahnbrücke im Bereich Kirchhorsten erneuert sowie Kabelarbeiten für das elektronische Stellwerk in Stadthagen durchgeführt. Hinzu kommen der Austausch von Weichen in Lindhorst und Kirchhorsten sowie die Erneuerung von rund 3,5 Kilometern Schienen. Für diese Arbeiten ist eine Vollsperrung der Strecke notwendig.
Schienenersatzverkehr
Kritik kommt vom Fahrgastverband Pro Bahn. Dessen Sprecher Ulrich Grunert bezeichnet die Maßnahme als „sehr unglücklich“ und spricht von einer erheblichen Belastung für Reisende. Besonders die aus seiner Sicht kurzfristige Kommunikation der Bahn sorgt für Unmut. Die Strecke sei Teil einer wichtigen überregionalen Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und Hannover, entsprechend groß seien die Auswirkungen.
Während des Ausfalls müssen Fahrgäste auf Alternativen ausweichen. Im Nahverkehr sollen Ersatzbusse eingesetzt werden, die zwischen Minden und Hannover verkehren. Auch die Westfalenbahn bestätigt den Einsatz sogenannter Schnellbusse. Gleichzeitig wird damit gerechnet, dass Fernzüge weiträumig umgeleitet werden, etwa über Paderborn – was die Reisezeiten deutlich verlängern dürfte.
Kommentar:
Für viele Fahrgäste kommt die Vollsperrung zur Unzeit. Am Bahnhof Bückeburg selbst wird derzeit bereits gebaut, unter anderem werden neue Aufzüge installiert. Reisende sind daher seit Wochen an Einschränkungen gewöhnt. Dass nun zusätzlich über längere Zeit gar keine Züge mehr fahren sollen, dürfte für viele das Maß voll machen – und setzt der ohnehin angespannten Situation aus Sicht vieler Pendler die Krone auf.