Zu den Fakten: Der Rat des Flecken Lauenau hat bei zwei Enthaltungen von CDU-Ratsvertretern und neun Ja-Stimmen der Änderung des Bebauungsplanes für das Seniorenheim „Nora” zugestimmt. Der Rat musste sich erneut mit dem Thema befassen, weil das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg nach einer Normenkontrollklage der Anlieger zu dem Schluss gekommen war, dass die Festsetzungen der ursprünglichen Bauleitplanung nicht detailliert genug ausgeführt worden waren (wir berichteten darüber).
Die Bauverwaltung ist danach tätig geworden, und hat die Ausführungen korrigiert. An dem Planungsziel habe es aber keine Änderungen gegeben, wies der stellvertretende Gemeindedirektor Jörg Döpke ausdrücklich hin. Man habe lediglich „Redaktionsfehler” im ergänzenden Verfahren behoben.
Nach Ansicht von Döpke sei das OVG zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei der 1. Änderung des B-Planes um keine unzulässige „Briefmarkenplanung” handeln würde. Auch sei das OVG nicht der Meinung, dass durch Ausschöpfen der bebaubaren Fläche auch unter Berücksichtigung der abweichenden Bauweise keine „erdrückende Wirkung” entstehen würde. Das Gericht sehe laut Döpke auch keine Probleme beim An- und Abfahrtsverkehr. Der Vertreter der Verwaltung empfahl den Ratsvertretern allerdings zu überlegen, ob als Kompensation für die geschlossene Bauweise die Baugrenzen nicht „ein wenig” zurückgenommen werden sollten.
Äußerst ungehalten reagierten die betroffenen Anlieger auf die Vorgehensweise von Rat und Verwaltung. In der Fragestunde für Bürger machten sie ihrem Ärger Luft, allen voran Werner Vennekamp. Er kündigte weiteren Protest der Anlieger an. „Wir werden nicht aufhören”, kündigte dieser an. Er empörte sich unter anderem darüber, dass bei der Gemeinde eine Baulast dafür eingetragen worden sei, dass der Betreiber von „Nora” im Nordwesten eine Fluchttreppe bauen lassen könne. Damit würde die Gemeinde Geld verschenken, Geld, das allen Bürgern gehören würde. Noch einmal unterstrich Vennekamp, dass sich die Kritik nicht gegen die alten Menschen richten würde, sondern gegen die massive Bauweise. Und er warf der Verwaltung erneut vor, die Anlieger getäuscht zu haben. Ausdrücke wie „Mafia-Methoden” und „Provinzposse”, von einer Zuhörerin eingeworfen, brachten Lauenaus Bürgermeister Laufmöller dazu, sich gegen solche Aussprüche doch ausdrücklich zu verwahren. Dieser unterstrich ausdrücklich, dass das Verfahren ordentlich auf den Weg gebracht werde.