Im Landkreis Schaumburg sind zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres noch 288 Ausbildungsplätze unbesetzt. Das teilte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. Besonders Hotels, Restaurants und Gaststätten suchen Nachwuchs: In diesen Bereichen sind nach Angaben der Gewerkschaft noch 30 Stellen frei. Die Lebensmittelindustrie bietet 15 Ausbildungsplätze an.
Für Jugendliche, die bislang keinen Vertrag unterschrieben haben, ist der Einstieg nach Einschätzung der NGG noch nicht zu spät. „Die Ausbildung muss nicht pünktlich am 1. August anfangen. Auch im September und selbst im Oktober geht da oft noch was“, sagt Philipp Thom, Geschäftsführer der NGG-Region Hannover. Er rät Schulabgängern, die kommenden Wochen zu nutzen und auf einen Ausbildungsvertrag statt auf einen Gelegenheitsjob zu setzen.
Eine Ausbildung sei eine wichtige Grundlage für die weitere berufliche Entwicklung, betont Thom. Zugleich sollten Jugendliche bei der Wahl des Betriebs genau hinsehen. Entscheidend seien unter anderem eine angemessene Vergütung und die Frage, ob der Betrieb nach Tarif zahle. Auch eine Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) könne ein wichtiges Kriterium sein.
Die JAV vertritt die Interessen junger Beschäftigter und kann darauf achten, dass die Ausbildung nach einem Rahmenplan erfolgt. Dieser soll verhindern, dass Auszubildende dauerhaft Aufgaben übernehmen, die mit ihrem eigentlichen Beruf wenig zu tun haben.
Als Beispiel nennt die NGG den Beruf der Bäckereifachverkäuferin. Auszubildende sollten nicht ausschließlich im Hinterzimmer eingesetzt werden, um Brötchen zu schmieren. Zum Berufsbild gehörten auch der Verkauf, die Arbeit an der Kasse und kaufmännische Inhalte, sagt Thom. Seine Botschaft an Jugendliche im Landkreis Schaumburg: Ausbildung und Betrieb sollten vor der Entscheidung genau geprüft werden.