Dem Beschluss ging eine hitzige Diskussion vorweg. Für den Spielkreis hatte sich der Uchtdorfer Dieter Schroll kräftig ins Zeug gelegt. Er zweifelte die Zahlen der Verwaltung an, stellte neun statt vier Kinder in Aussicht und hegte Hoffnungen, dass aus dem Neubaugebiet weitere dazu kommen. Man habe vom Ortsrat „Klinken geputzt”, um weitere Kinder in den Spielkreis zu bekommen und ihn daher zu erhalten.
Fakt, so Klaus Wißmann, seien jedoch vier Kinder. Nicht von der Hand zu weisen sei auch die Tatsache, dass 13 Uchtdorfer Kinder nach Exten in den Kindergarten gingen. „Die Eltern haben mit den Reifen entschieden, wo ihre Kinder betreut werden sollen!” In Exten sei das Betreuungsangebot vielfältiger und die Kinder würden in Gruppen betreut, die sich später auch in der Grundschule wiederfinden.
Ein einfaches Zahlenmodell hatte die Verwaltung aufgelegt. Sie errechnete über 9.300 Euro Kosten pro Kinder (bei vier Kindern) im Kinderspielkreis, doch die Finanzen seien das eine, so Erster Stadtrat Jörg Schröder, die pädagogische Situation das andere. „Größere Einrichtungen mit Anbindung an die Grundschule haben Vorteile!”
Diese Sitzung des Sozialausschusses sei erst der Anfang, stellte Ursula Helmhold fest, denn aufgrund der demografischen Entwicklung sei zu befürchten, dass weitere Schließungen von Kinderbetreuungseinrichtungen ins Haus ständen. Im Kindergarten Exten stehen Plätze leer und Kinder fehlen auch in anderen städtischen Einrichtungen. „Es ist keine Entscheidung die leicht fällt, aber verantwortliche städtische Haushalter müssen auch schmerzhafte Entscheidungen fällen!” Den Uchtdorfer Spielkreis zur Rettung in einen Kindergarten umzuwandeln würde bedeuten, dass man anderen Einrichtungen die Kinder weggräbt. „Das würde bedeuten, den Teufel mit dem Belzebub auszutreiben!”
Antje Rinne von der WGS, die bestens vorbereitet in die Sitzung ging, hatte einen anderen politischen Ansatz. Statt Schließung wollte sie die Öffnungszeiten attraktiver machen und die Betreuung im Spielkreis unter ein Motto stellen: „Wald oder gesunde Ernährung würde sich anbieten!” Damit wollte sie die Einrichtung attraktiver für Eltern und Kinder machen. Auch das Argument, Exten würden die Kinder abgegraben, ließ sie nicht gelten. Exten habe auf den demografischen Wandel reagiert und biete zusätzlich Hortplätze an, die ausbaufähig seien. Andere Kindergärten gehen den Weg der zusätzlichen Krippenangebote und ziehen damit mehr Kinder an. Rinne stellte auch den Vergleich mit Krankenhagen an, wo derzeit sechs Kinder betreut werden, obwohl es einen Kindergarten parallel dazu gibt.
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Rintelns Erster Stadtrat Jörg Schröder: „Die finanzielle Seite ist die eine, die pädagogische Seite die andere!” Die Schließung des Kinderspielkreises Uchtdorf muss nun noch vom Rat bestätigt werden.