In Schaumburg diskutierten Bürger jetzt mit Mitarbeitenden der Deutschen Bahn über die geplante Schließung zweier fernüberwachter Bahnübergänge auf der Strecke Elze–Löhne (Strecke 1820), Westendorf und Schaumburg. Die DB erläuterte technische und betriebliche Gründe für den Abbau: Die Übergänge sind störanfällig und eine zeitnahe Aufrüstung vor Ort sei nicht möglich, weil das Stellwerk Hess Oldendorf dafür neue Technik bräuchte (nicht vorgesehen). Die Betriebserlaubnis gilt noch bis maximal 2031; eine Verlegung der Technik nach Rinteln wird geprüft, ist aber wahrscheinlich nicht realisierbar.
Die wichtigste Botschaft: Die Übergänge werden erst geschlossen, wenn Ersatzwege fertiggestellt sind; der Abbau soll bis 2028 erfolgen. Die Bürgerinnen und Bürger forderten deshalb praktikable Alternativen. Vorschläge der Bahn umfassen Ersatzwege, die schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge aufnehmen, etwa Betonwegeplatten und Ausweichstellen, deren genaue Führung gemeinsam mit den Landwirten festgelegt wird. Zudem soll die Möglichkeit einer Fußgänger-Unterführung an einem vorhandenen Wasserdurchlass geprüft werden; eine vollständige Entfernung der Ampeln zugunsten eines Andreaskreuzes wurde von der Bahn abgelehnt, da bei 120 km/h Streckengeschwindigkeit kein nichttechnischer Übergang akzeptiert werden könne.
Anwohnersorgen vs. Bahnnotwendigkeiten
Die Sorgen der Anwohner: längere Wege, besonders zu Deckberger Teichen; Wildquerungen durch Wegfall der Übergänge; Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Die Bahn plant eine enge Abstimmung mit den Landwirten und eine kooperative Begleitung des Prozesses. Ziel ist, Bedenken ernst zu nehmen und wirtschaftliche Interessen abzuwägen, während die Übergänge erst geschlossen werden, wenn neue Wege fertiggestellt sind. Die nächsten Monate sollen zeigen, wo die Ersatzwege geschaffen werden und ob mögliche Unterführungen die Befürchtungen vor allem der Fußgänger entkräften.