So ein wenig hat Vorsitzender Wilfried Mühlenhoff die Augen verdreht, weil das offenbar allseits gewollte Ende des Fördervereins sich so lange hinzieht: Erst musste der Vorstand beschließen und dann eine Mitgliederversammlung einberufen werden, von der von vornherein davon auszugehen war, dass sie trotz Aufrufs nie die geforderte Anwesenheitszahl erreichen würde. So ist nun ein weiterer Termin fällig, um anschließend dem Amtsgericht Stadthagen die korrekte Liquidation mitteilen zu können. Danach, weiß Mühlenhoff bereits, dauert es noch ein Jahr, bis der Vereinsname endgültig aus dem behördlichen Register verschwindet.
Mühlenhoff räumte ein, dass an dem 1966 gegründeten Verein „viel Herzblut” hänge. Das liege nicht zuletzt an den Leistungen, die dank der Mitgliedsbeiträge in dieser Zeit erbracht worden seien. Aufmerksam habe er die drei ihm von früheren Vorständen übernommenen Ordner studiert: „Das darin dokumentierte Wesen und Wirken kommt wirklich aus dem Herzen.” Mühlenhoff will sich dafür einsetzen, dass die Vereinsunterlagen in passender Form archiviert werden.
Zugleich hob der Vorsitzende jedoch auch die Gründe hervor, die für ein baldiges Ende sprechen. Vor vier Jahrzehnten habe es nur eine Schule in der Stadt gegeben. Heute seien es zwei, die seit nur noch wenig miteinander gemein hätten.
So sei es stets zu einer „Elefantenrunde” gekommen, in der sich Schulleitungen und Elternvertreter verabredet hätten, in welcher Weise das jährliche Fördergeld aufgeteilt werden könne. Da es an der Julius-Rodenberg-Grundschule eine aktuelle Initiative gebe, einen eigenen Förderverein zu gründen, sei die Auflösung des vorhandenen nur ein konsequenter Schritt: „Neue Vereine an der jeweiligen Schule versprechen neue Impulse.” Deshalb sei den zu gründenden Organisationen nur ein rascher Mitgliederzuwachs zu wünschen.
Mühlenhoff regte an, den aus seiner Sicht überholten Begriff „Förderverein” durch eine neue Bezeichnung zu ersetzen: „Der Verein soll auch fordern”, erklärte er. Zugleich versprach er, in einem Rundschreiben alle Mitglieder über die Auflösung der bestehenden Organisation zu unterrichten.
Diese hat im vergangenen Jahr nach Angaben von Geschäftsführer Heiko Seger und Kassenwartin Ute Engelstädter rund 11.900 Euro für verschiedene Maßnahmen bewilligen können. Etwa 4800 Euro sind an die Grundschule für Lernmittel, die Schülerbücherei, Computerprogramme sowie für Zuschüsse an Projektwoche und 100-Jahr-Feier geflossen. Auch in der Stadtschule wurden von den über 7000 Euro Projektwoche und Computerprogramme mitfinanziert, Buchpreise gestiftet sowie zu Entgelten für schulische Mitarbeiter beigetragen. Einige Mittel standen auch bereit, um soziale Engpässe zu beseitigen: Bedürftigen Familien wurden Hilfen bei Klassenfahrten gewährt. Am Jahresende hatte der Förderverein noch Rücklagen in Höhe von knapp 3500 Euro. Auch über die Verwendung dieses Betrags wird im Rahmen der Auflösung zu entscheiden sein.
Die entscheidende Abstimmung ist nun für Montag, 31. März, um 20 Uhr im Lehrerzimmer der Julius-Rodenberg-Schule vorgesehen.
Es kommt dann nicht mehr auf die Zahl der Anwesenden an, sondern nur noch auf deren breite Zustimmung: Mindestens zwei Drittel müssen die Auflösung beschließen.