Reinhard Peter, in der Samtgemeindeverwaltung für die Kindergärten zuständig, informierte zunächst die Ausschussmitglieder, die zahlreichen Beiratsmitglieder und Zuhörer über die Belegungszahlen zum 1. August 2008. Die Anwesenden erfuhren, dass bislang für die Krippenbetreuung 30 Kinder angemeldet sind. Aus dem Einzugsgebiet Lauenau kommen 20 und aus dem Einzugsbereich Rodenberg (einschließlich Apelern) zehn Kinder. Zum 1. August startet im Kindergarten „Rappelkiste” in Lauenau eine reine Krippengruppe mit 15 Jungen und Mädchen unter drei Jahren. Dafür wird eine Kraft aus dem aufgelösten Kinderspielkreis Hülsede zusätzlich abgestellt. Die Verwaltung hält damit die personelle Ausstattung der Gruppe mit drei Fachkräften für optimal.
Kritisch bewerten Elternvertreter die Planungen der Samtgemeinde für den Rodenberger Kindergarten „Im Großen Feld”. Hier soll der Einstieg in die Krippenbetreuung schrittweise durch zwei altersübergreifende Gruppen vollzogen werden. Der Ausschuss gab mit einem einstimmigen Beschluss den Auftrag an die Verwaltung weiter, die Betriebserlaubnis für diese zwei neuen Gruppen mit jeweils drei Krippenkindern ab dem zweiten Lebensjahr bis zur Einschulung zu beantragen. Damit machten die politischen Vertreter auch klar, dass sie sich für einen Ausbau der Krippenplätze in der Samtgemeinde einsetzen wollten. „Wir freuen uns über den Fortgang”, so CDU-Ausschussmitglied Udo Meyer. Grundsätzlich positiv wertete er die neuen Angebote. Auch die Vorsitzende Marina Brand (SPD) unterstrich den politischen Willen zu einem Ausbau des Angebotes, auch wenn die Nachfrage zunächst nur zögerlich gewesen sei.
Elternvertreter aus dem „Großen Feld” hielten mit ihrer Skepsis nicht hinterm Berg. Auch die Ausführungen von Müttern, die durch ihre Kleinkinder bereits Erfahrungen mit der Krippenbetreuung in Lauenau gemacht haben, konnten die Kritiker nicht beruhigen. Große Befürchtungen hegen allem Anschein nach viele Eltern von Kindern im betroffenen Kindergarten vor allem in Bezug auf die Förderung der angehenden Schulkinder. „Werden die noch ausreichend gefördert, wenn die Kleinen doch so viel mehr Betreuung benötigen?” war eine Frage, die in den Raum gestellt wurde. Ängste wurden geäußert, durch die jetzt geplanten gemischten Gruppen könnten die Älteren „auf der Strecke bleiben”.
Reinhard Peter war bemüht, die kritischen Bemerkungen der Elternvertreter aus Rodenberg zu entkräften. Er verwies eindringlich auf die Tatsache, dass in Punkto Personalausstattung alles nach den Richtlinien des Kindertagesstättengesetzes gehen würde. Außerdem sei geplant, die Ausstattung im Kindergarten „Im Großen Feld” den Bedürfnissen der Zweijährigen anzupassen. Auch räumte er ein, dass das Team dort zunächst verstärkt gefordert sei. „Das können wir den Mitarbeiterinnen aber nicht ersparen”. Fundierte Erkenntnisse darüber, dass Kindergartenkinder aus altersgemischten Gruppen im späteren Schulleben mehr Probleme als andere hätten, lägen nicht vor, so Peter. Die Ausschussvorsitzende Marina Brand gab zu, ihrerseits wenig Bedenken gegen solche Gruppen zu haben.
Es würde sich dabei lediglich um ein Jahr Altersunterschied handeln. Eine Integration sei vor diesem Hintergrund nach ihrer Ansicht sehr wohl möglich. Und dass Ausflüge wegen der „Kleinen” ganz wegfallen würden, wie eine Elternvertreterin befürchtete, sei so nicht richtig, korrigierte eine ehemalige Krippenmutter aus Lauenau. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder das zweijährige Kind wird an diesem Tag von einem Elternteil begleitet oder es bleibt eben zu Hause.