Von den 40 Vereinen, die in der Samtgemeinde Rodenberg Jugendarbeit betreiben, war nur ein Vereinsvertreter zu der wichtigen Sitzung des Jugendrings im Dorfgemeinschaftshaus Algesdorf erschienen. Und das, obwohl Marion Andert zuvor deutlich erklärt hatte, nach 16 Jahren ihr Amt zur Verfügung stellen zu wollen. Auch der Samtgemeindebürgermeister Uwe Heilmann war darüber laut Andert in einem Brief informiert worden. Mit gleichem Schreiben hatte die Vorsitzende darum gebeten, Uwe Heilmann möge doch selbst zu der entscheidenden Sitzung erscheinen oder wenigstens einen Vertreter schicken. Vom Samtgemeinderat war ebenfalls niemand nach Algesdorf gekommen. Die Enttäuschung bei Marion Andert und den anderen fünf Vorstandskollegen, die im Verlauf der Versammlung allesamt ihre Ämter zur Verfügung gestellt haben, war dementsprechend groß.
Die Vorsitzende des Ausschusses für Jugend-, Kultur-, Sport- und Kindergarten-Angelegenheiten der Samtgemeinde Rodenberg, Marina Brand, entgegnete auf Nachfrage, sie habe keine Einladung zu der Sitzung erhalten. Auch hätte sie nicht gewusst, dass eine Auflösung des Gremiums im Raum gestanden habe. Brand will sich dafür einsetzen, dass Thema in den Fraktionen zu beraten um zu sehen, wie es mit dem Samtgemeindejugendring weiter gehen könne. Samtgemeindebürgermeister Heilmann bestätigte, dass es versäumt worden sei, von Seiten der Verwaltung die Versammlung des SGJR zu besuchen. „Vielleicht handelt es sich beim Jugendring um eine Organisationsform, die sich überlebt hat”, so seine Einschätzung. Marion Andert bat in ihrem Brief an die Verwaltung um Auskunft darüber, wie nun die Übergabe der Kasse des SGJR erfolgen soll. Sollte es nicht möglich sein, dieses Geld weiterhin für den Samtgemeindejugendring zu verwenden bittet der ehemalige Vorstand darum, die Mittel in irgendeiner Form für die Jugend zu verwenden. „Denn dafür haben wir es ja schließlich erwirtschaftet”, fügt Marion Andert noch an. Auch Heilmann bestätigte die Absicht, das Geld und die im Haushalt als regelmäßiger Zuschuss für den SGJR vorgesehenen Mittel auf jeden Fall für die Jugendarbeit in der Samtgemeinde Rodenberg zu sichern.