So darf sich die Feuerwehr Reinsdorf, die für 2700 Euro ein neues Zelt für ihre größer gewordene Jugendgruppe angeschafft hat, über 900 Euro freuen. Eigentlich sei die Gemeinde für den Feuerschutz nicht zuständig, befand Bürgermeister Heinrich Oppenhausen (SPD). Doch da die Samtgemeinde für Zelte keine Finanzhilfen gewähre, wolle dies Apelern tun. „Das sind ja auch unsere Kinder, die betreut werden”, kommentierte Vorsitzender Ralf Jordan (CDU).
Weitere 350 Euro bleiben ebenfalls in Reinsdorf. Sie helfen der Schützenkameradschaft beim bereits erfolgten Kauf eines neuen Lufgewehrs. Die über tausend Euro teure Waffe ist viel leichter als die bisher vorhandenen und kann besonders von den Jugendlichen gut bedient werden.
Hundert Euro sind für die Apelerner Siedlergemeinschaft vorgesehen. Da diese seit einigen Monaten mit den „Kobolden” eine eigene Jugendgruppe unterhält, wird sie den übrigen örtlichen Vereinen mit Nachwuchsarbeit gleichgestellt und erhält die jährliche Pauschale.
Das wollte auch die Laienspielgruppe für ihre Jugendlichen beantragen. Doch da stutzte der Ausschuss: Die Theaterleute erhalten bereits eine Finanzhilfe aus dem Etat. Nun soll geprüft werden, ob dies aus dem Topf für Jugendarbeit oder aus dem Ansatz zur Kulturförderung kommt. Eine Doppelzahlung wollen die Kommunalpolitiker jedoch nicht zulassen.
Mit 300 Euro helfen die Politiker dem Apelerner Schützenclub, damit in diesem Jahr Scheiben, Munition und Orden für die Bürgerkönige bezahlt werden können. Bislang hatten dies die Schießsportler selbst finanziert. Das sei nach deren Angaben aufgrund hoher Preissteigerungen nicht mehr möglich. „Woanders tragen Städte das ganze Fest”, hob Bürgermeister Heinrich Oppenhausen (SPD) hervor, „dann sollten wir das wenigstens in kleinem Umfang honorieren”. Das sah Börries von Hammerstein (CDU) grundsätzlich genau so, nannte aber die im Antragsschreiben erfolgten Hinweise auf Überlegungen, „die Durchführung einzustellen”, einen „Erpressungsversuch”: „Die Form des Antrags ist unter aller Würde.” Deshalb schlug er vor, den Zuschuss nur einmalig für das laufende Jahr zu bewilligen.
Dem schloss sich Willi Ballwanz (SPD) an: „Wenn jeder Verein so kommen würde, wird das für die Gemeinde recht teuer.” Ballwanz nahm vor allem die bevorstehende Rolle des Apelerners Clubs als Gastgeber des Kreisschützenfests zum Anlass für den Zuschuss: „Danach sollten wir neu überlegen.” Jordan steuerte Erfahrungen aus eigenem Erleben als Musiker bei Zeltveranstaltungen in der hiesigen Gegend bei: „Ich habe den Niedergang der Feste miterlebt; die Selbstfinanzierung der Vereine ist viel schwieriger geworden.”
Keine lange Debatte gab es bei der weiteren Finanzierung des jährlichen „Ferienspaß”. Seit Jahren bietet mehr als ein Dutzend ehrenamtlicher Helfer eine Freizeit für über 50 Kinder in den Herbstferien im Schullandheim Nienstedt/Deister an. Bisher wurden dafür aus dem Etat 1200 Euro zur Verfügung gestellt. Gestiegene Kosten verlangten jetzt eine Anhebung auf 1500 Euro. „Das machen wir”, schlug von Hammerstein vor und sah darin auch einen Grund in den aktuellen finanziellen Belastungen der Familien: „Wir müssen dringend etwas in der Gemeinde anbieten.” In diesem Zusammenhang erinnerte Oppenhausen die örtlichen Vereine an eine bestehende Satzung. Danach wird bei Zeltlagern und anderen Freizeiten pro Kind und Übernachtungstag ein Euro gewährt und dies bei jeweils zehn Teilnehmern auch einem Betreuer zugestanden.