Der Grundstein für eine echte Klimaschutzagentur ist gelegt, wie sie in der Region Hannover, dem Weserbergland und der Region Mittelweser bereits zu finden ist. Der Kreistag knüpft damit an die Vorarbeit der beauftragten Fachfirma „Target GmbH” an, die eine Art Energieprofil des Landkreises erstellt hat, das Effizienz und Einsparpotential analysiert. Daraus geht eine Klimaschutzstrategie hervor, die sich an den Vorgaben der Bundesregierung orientiert und Maßnahmen-Ziele bis 2020, 2030 und 2050 vorgibt. Demnach sollen im Vergleich zu 1990 bis dahin 80 - 95 Prozent der Treibhausgase reduziert, im Vergleich zu 2010 der Endenergieverbrauch um 50 Prozent gesenkt werden und der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch auf 70 Prozent steigen.
Auf den Weg bringen soll dies eine eigens dafür eingerichtete Klimaschutzleitstelle beim Landkreis, die die Umsetzung überwacht. Der Bund fördert die Einrichtung innerhalb der Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums mit bis zu 65 Prozent der anfallenden Personalkosten. Zusätzlich können 20.000 Euro für Öffentlichkeitsarbeit in Anspruch genommen werden. Die Ausnahmeregelung, neben der leitenden Stelle eine zweite zu beantragen, die sich um fachliche Unterstützung etwa bei der Einführung von Energiesparmodellen in Kitas und Schulen kümmert, will der Kreistag nutzen. Für die Zukunft schließt er die Möglichkeit ein, auf nächster Stufe eine lokale Klimaschutzagentur aufzubauen, die weitere Aufgaben wie Beratung oder die Initiierung von Pilotprojekten übernimmt und koordiniert. Hierfür rechnet die Verwaltung mit drei Stellen und einem jährlichen Budget von 250.000 Euro. Die Finanzierung der Kosten teile sich dabei auf die Gesellschafter der Agentur auf, beteiligt wären neben dem Kreis etwa Kommunen, Energieversorger, Banken sowie Vertretern der Wirtschaft, die über einen Förderverein agierten. Hilfe und Anregungen sollen sich aus einer Zusammenarbeit mit den benachbarten Klimaschutzagenturen ergeben. Vielversprechende Ansatzpunkte zeigt das Target-Konzept für den Landkreis in der Steigerung der Sanierungsquote des privaten Gebäudebestandes sowie des umweltverträglichen Ausbaus erneuerbarer Energien auf. Im Bereich der Mobilität seien „geringere Einflussmöglichkeiten” gegeben. Mehr unter www.klimaschutz-schaumburg.de.