CDU-Kreistagsfraktion hält aufwendiges Prüfverfahren des Landes zur Reaktivierung der Rinteln-Stadthäger-Eisenbahnstrecke für unnötig, teilt die Fraktion in einer Presseerklärung mit. Dieses Verfahren zur Neubetrachtung der fast stillgelegten Trasse der Eisenbahnstrecke von Stadthagen bis Rinteln-Nord kann man sich bei ernsthaften wirtschaftlichen Überlegungen auch komplett sparen, kommentierte CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzender Gunter Feuerbach die Absicht der neuen Landesregierung in Hannover, die Reaktivierung von stillgelegten Bahnstrecken zur Steigerung des Angebotes für den öffentlichen Schienenpersonennahverkehr mit wirtschaftlicher Vernunft zu prüfen. Bereits der Personalaufwand für eine erste unvoreingenommene Überprüfung zur Erstellung einer Reihenfolge für eine zweite Prüfphase bedeute einen vollkommen unnötigen Aufwand im Ministerium und beim Landkreis Schaumburg, so die CDU. Dies auch, weil für eine eventuelle spätere Nutzung der Strecke eine Beteiligung des Landkreises an den notwendigen Investitionen von 25 Prozent vorgesehen sei. Absolut erste Priorität hat für die CDU-Fraktion die Erweiterung des GVH-Tarifes auf der Schiene und damit die Einbindung des ganzen Landkreises bis nach Minden, erklärte Gunter Feuerbach. Um das auch zu vernünftigen und attraktiven Preisen für Schaumburg zu ermöglichen, sei eine erhebliche finanzielle Beteiligung des Landes notwendig. Dazu gäbe es aktuell wichtige Abstimmungsgespräche mit positiven Signalen. An zweiter Stelle stünde langfristig die Einführung eines flächendeckenden flexiblen und nachfrageorientierten Anrufbussystems im Landkreis. Die Bürgerbussysteme, die teilweise mit großem ehrenamtlichen Einsatz praktiziert werden, sind dafür ein erster Schritt, zeigte Feuerbach die Zielrichtung auf.
Sowohl im Regionalen Raumordnungsprogramm als auch im Entwurf der Fortschreibung des Nahverkehrsplanes des Landkreises sei von einer Reaktivierung der Bahnstrecke keine Rede. Mit dieser Fragestellung sind der Landkreis und auch die Städte und Gemeinden an der Strecke eigentlich durch, ist sich Feuerbach sicher. Einzig für die touristische Nutzung durch die Museumseisenbahn und für den Güterverkehr im Raum Stadthagen (Industriegebiet Georgschacht) und Obernkirchen wurde die Strecke zur Nutzung erhalten und nicht zurück gebaut. „Auch wenn einige immer wieder davon träumen, die Reaktivierung wird auch bei erneuter Betrachtung an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen scheitern”, ist sich die Fraktion sicher.